Wissenschaftler besorgt: Setzt Deutschland seine Spitzenposition bei Photovoltaik-Technologie aufs Spiel?

Logo_AEE_orange_400x300Berlin, 28.4.2008. Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer Instituts für
Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, warnt vor einem zu schnellen Absenken der Kostenvergütung für Solarstrom. Angesichts der Diskussion um die Neufassung des Erneuerbare Energien-Gesetzes sagte Weber in Berlin: „Eine Erhöhung der Degressionsfaktoren der Einspeisetarife für erneuerbare Energien über die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagenen Werte könnte die weitere Entwicklung der Spitzenposition des Standortes Deutschland in diesem schnell wachsenden globalen Markt erheblich gefährden.“
Damit riskiere Deutschland, seine weltweite Vorreiterrolle in einer wichtigen Zukunftstechnologie zu verspielen, wie in der Vergangenheit schon mehrfach geschehen, so Weber.
„Sonnenenergie ist die einzige Energie, die prinzipiell unbegrenzt zur Verfügung steht. Mit rund 0,1 Promille der Strahlungsleistung kann der weltweite Energiebedarf gedeckt werden“, führte der Leiter des größten Solarforschungsinstituts Europas aus. Die dafür notwendige Technologie stehe bereits heute zur Verfügung. Allerdings seien eine ständige technische Weiterentwicklung und sinkende Kosten unabdingbar für den globalen Ausbau der Photovoltaik (PV). Weber: „Entscheidender Faktor hierfür ist die Vergrößerung des Produktionsvolumens.
Ein großer Markt führt zu sinkenden Kosten und höherer Innovationsgeschwindigkeit. Seit 1980 hat jede Verdoppelung der PV-Kapazität
eine zwanzigprozentige Einsparung gebracht. Je schneller das Wachstum, desto schneller schaffen wir die Basis für die Energieversorgung der Zukunft.“
Professor Weber lobte in diesem Zusammenhang das Instrument der garantierten Einspeisevergütung, die das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) regelt: „Die Vergütung bringt Geld für den Ausbau der Photovoltaik und anderer Erneuerbarer Energien. Dank EEG konnten die Anlagenbauer in Deutschland eine internationale Spitzenstellung erreichen. Diese Entwicklung darf jetzt nicht gekappt werden“, so Weber mit Blick auf die laufende EEG-Novellierung.

Zusätzliche Informationen und Kontaktdaten von Prof. Dr. Eicke Weber sowieweiteren „Köpfen der Erneuerbare Energien-Branche“ finden Sie in unsererExperten-Datenbank im Internet: www.unendlich-viel-energie.de/koepfe

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