Starkes Wachstum bei Solarstromspeichern

Die meisten Batteriespeicher stehen in Bayern, Hamburg weist das stärkste Wachstum gegenüber dem Vorjahr auf

Karte_Anzahl_Solarstromspeicher_2015Solarstromspeicher finden in Deutschland immer mehr Anklang. Stark fallende Batteriepreise, attraktive Förderbedingungen und auch ein zunehmendes Interesse an der Eigennutzung von selbst erzeugtem Solarstrom begünstigten die Marktentwicklung und sorgten dafür, dass die Menge an neu installierten Batteriespeichern zur eigenen Photovoltaikanlage sich von 2014 auf 2015 fast verdoppelt hat. Insgesamt wurden im letzten Jahr über 19.000 Solarstromspeicher mit einer nutzbaren Kapazität von insgesamt fast 117.000 Kilowattstunden (kWh) installiert.

Da der Strom aus Solaranlagen immer günstiger wird und sich insbesondere für Haushalte ein deutlicher Preisvorteil gegenüber den normalen Stromtarifen der Versorger ergibt, wird für die Zukunft ein weiter wachsender Anteil an PV-Anlagen mit Speichern erwartet. Dies wird auch dadurch begünstigt, dass viele Anbieter solche Kombinationen inzwischen als Komplettpaket schlüsselfertig offerieren und installieren und eine Wettbewerbssteigerung in dem Bereich zu beobachten ist. Gerade die besseren Möglichkeiten zur Steigerung des Eigenverbrauchs kann dabei auch als Treiber für den Ausbau der Solarenergie insgesamt wirken und den Einstieg in die Nutzung Erneuerbarer Energien für viele Menschen attraktiv machen, die daran zuvor kein Interesse hatten.

Südländer installieren die meisten Solarstromspeicher

Unter den Bundesländern lieferten dabei die Südländer Bayern und Baden-Württemberg den größten Anteil zum Zuwachs der Solarstromspeicher - nicht nur scheint dort im Vergleich am meisten Sonne, was die Speichernutzung besonders lohnenswert macht, hier ist zudem auch die Nutzung von Photovoltaikanlagen auf den eigenen Hausdächern schon besonders ausgeprägt. Etwa 9.000 solcher Speicher und damit fast die Hälfte des gesamten deutschen Zubaus wurde allein in diesen beiden Ländern realisiert. Bayern ist auch weit vorne beim Anteil neuer Photovoltaikanlagen (unter 30 kW Leistung), die direkt mit einem Batteriespeicher ausgestattet werden. Der Anteil von 55 Prozent zeigt, dass für viele bayerische Hausbesitzer die Installation eines Speichers beim Kauf einer Photovoltaikanlage schon selbstverständlich dazugehört. Selbst dieser hohe Wert reicht im Ländervergleich jedoch nur für den zweiten Rang, Baden-Württemberg steht mit einem Anteil von 32 Prozent gar nur im unteren Mittelfeld.

Hamburg mit der stärksten Steigerung und dem größten Anteil von Speichern bei kleinen Solaranlagen

Diagramm_Speicher-Anteil_PV-Anlagen_2015

Mit einem Anteil von 58 Prozent wurden die meisten kleinen Solaranlagen mit Speichern neu in Hamburg installiert. Die schon bei den Bayern sehr ausgeprägte Tendenz zur Eigenversorgung wurde damit in der hoch im Norden gelegenen Hansestadt noch übertroffen. Auch haben die Hamburger die Anzahl der Speicherinstallationen von 2014 auf 2015 fast verfünffacht und weisen so die höchste Steigerungsrate auf, wenn auch die absoluten Zahlen natürlich deutlich geringer sind als in den (südlichen) Flächenländern. Aber nicht nur die Hansestadt, sondern auch Länder wie Niedersachsen oder Berlin zeigen mit hohen Anteilen von Speichern bei neuen kleinen Photovoltaikanlagen, dass auch im Norden ein großes Interesse an der Eigenversorgung mit nachhaltigem Strom besteht - und dass sich die Nutzung von Photovoltaik nicht nur im Süden lohnt. In Schleswig-Holstein und den neuen Bundesländern herrscht dagegen noch relativ geringes Interesse an der Solarstromspeicherung.

Insbesondere die hier skizzierten Kleinanlagen werden dabei in Zukunft wohl noch häufiger mit Speichern kombiniert werde, aber auch für größere Anlagen auf Gewerbe- und Industriebetrieben wird sich die Nutzung von Speichern zur Steigerung des Eigenverbrauchs lohnen. Selbst PV-Freiflächenanlagen werden voraussichtlich kurz- bis mittelfristig mit Speichern ausgestattet, um die Einspeisung ins Stromnetz gleichmäßiger und planbarer zu machen - durch diese Entwicklung könnte dann auch die Speichernutzung in den neuen Bundesländern angereizt werden, da der Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren vor allem dort vonstatten ging.

Speichergrößen relativ gleich verteilt

Karte_Kapazität_Solarstromspeicher_2015Auch wenn in den neuen Bundesländern bislang relativ wenig neue Speicher verbaut werden, weisen die entsprechenden Batterien dort dafür die größte Kapazität auf - insbesondere Mecklenburg-Vorpommern reißt hier mit einer durchschnittlichen nutzbaren Stromspeichermenge von 9,3 kWh deutlich aus. Dies liegt aber auch an der vergleichsweise geringen Fallzahl, insgesamt sind die Unterschiede zwischen den durchschnittlichen Kapazitäten über alle Bundesländer hinweg relativ gering. Für Deutschland insgesamt wie auch in Bayern liegt die durchschnittlich nutzbare Kapazität der Solarstromspeicher bei etwa 6 kWh auf, die Werte der meisten Bundesländer pendeln eng um diesen Wert.

Datenquelle und Hintergrund

Die Daten entstammen dem Speichermonitoring des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen. Die Publikation wird im Rahmen des Förderprogramms der Bundesregierung für Solarstromspeicher erstellt. Alle angegeben Werte und Grafiken sind auch auf dem AEE-Bundesländerportal Föderal Erneuerbar zu finden, die Links in den jeweiligen Absätzen führen direkt zu den entsprechenden Datensätzen.