Marktentwicklung Onshore-Windenergie: Ergebnisse der 2. Ausschreibung 2017

Mitte August hat die Bundesnetzagentur die Zuschläge der zweiten Auktionsrunde für Windenergie an Land bekanntgegeben. Ausgeschrieben war eine Leistung von 1.000 Megawatt (MW), bezuschlagt wurden schlussendlich 1.013 MW. Die eingereichten Angebote umfassten sogar eine Leistung von fast 3.000 MW, die Ausschreibungsrunde war damit wie schon der erste Durchgang deutlich überzeichnet. Dies führte zwar zu einer erneut sinkenden Zuschlagshöhe, zeigt aber auch die vielen Projekte in Wartestellung, die nun erst einmal nicht umgesetzt werden können. Dass erneut 90 Prozent der Zuschläge von den Sonderregelungen für Bürgerenergie, wie etwa einer verlängerten Umsetzungsfrist, profitieren können, verschärft die Problemlage: Zum einen haben viele bezuschlagte Projekte nun noch keine Immisionsschutzgenehmigung, so dass die Realisierung insgesamt noch unklar ist bzw. dafür auch noch mehr Zeit zur Verfügung steht. Zum anderen sind viele baureife Projekte vorhanden, die nicht umgesetzt werden können.

Auch die nochmals gesunkenen Zuschläge schüren Bedenken, dass es schwierig wird, die Gewinnerprojekte zu realisieren. Zwar haben die Bürgerenergie-Projekte eine längere Frist zur Realisierung der Projekte (4,5 statt der regulären 2 Jahre) und spekulieren auch auf eine entsprechende Weiterentwicklung der Technik in dem Zusatz-Zeitraum. Der nun ermittelte, durchschnittliche Zuschlagswert von 4,29 Cent/kWh liegt allerdings noch einmal um mehr als einen Cent unter den schon überraschend niedrigen Ergebnissen der ersten Runde.

Der Bundesverband Windenergie weist auf die regionale Ungleichverteilung hin: Demnach entfielen 63 Prozent der bezuschlagten Leistung auf die neuen Bundesländer, während gerade im Süden der Republik, der in Sachen Windenergieausbau ohnehin unterrepräsentiert ist, kaum Projekte bei den Auktionen erfolgreich waren. Die Ungleichverteilung der Windleistung und damit auch die Transportprobleme im Netz könnten sich so noch verschärfen, wenn dieser Trend weiter anhält.

- Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht. -