Energy Sharing: Neue Möglichkeiten für die lokale Energiewende
Solarstrom vom Dach kann in der Regel nicht komplett direkt im Haushalt verbraucht werden. Deshalb liegt es nahe, den Strom mit der Nachbarschaft zu teilen. Das neue Energy Sharing Modell, das der Bundestag im November 2025 verabschiedet hat und das im Juni in Kraft tritt, erlaubt es nun selbst erzeugten Strom durch das öffentliche Netz zu Stromabnehmern in der näheren Umgebung zu leiten und zu verkaufen. So können nun auch Haushalte ohne eigene Erneuerbare-Energien-Anlage an der Energiewende teilnehmen und ihre Stromkosten senken. Damit Stromerzeugung und -verbrauch korrekt gemessen und abgerechnet werden können, müssen die Beteiligten mit Smart Meter ausgestattet werden. Deutschlandweit haben erst 5,5 Prozent aller Haushalte einen intelligenten Stromzähler. Unter den zehn größten Netzbetreibern ist die Stromnetz Berlin mit 53 Prozent Abdeckung am weitesten. Es gibt auch Netzbetreiber, in deren Netzgebiet der Smart-Meter-Rollout bereits komplett abgeschlossen ist, zuerst die Stadtwerke in Lübz in Mecklenburg-Vorpommern Ende 2024.
Energy Sharing betrifft vor allem die klassischen Photovoltaik-Dachanlagen. 4,5 Millionen Anlagen sind auf Gebäuden installiert. Am meisten davon sind in Bayern (1.128.318), Nordrhein-Westfalen (808.923) und Baden-Württemberg (763.989) zu finden. In den Stadtstaaten sind mehr als 90 Prozent der PV-Anlagen „bauliche Anlagen“. Unter den Flächenländern sind Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen an der Spitze. Die meisten Bundesländer haben zudem eine Solarpflicht für Neubauten und bei Dachsanierungen sowie teilweise auch beim Bau neuer öffentlicher Parkplätze eingeführt. Damit sich PV-Anlagen wirtschaftlich lohnen, braucht es für den nicht selbstverbrauchten Strom Erlösquellen. Energy Sharing eröffnet hier neue Möglichkeiten.
Dieses Hintergrundpapier wurde erstellt mit der Unterstützung der Bundesländer:
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