Bioenergie-Ausschreibungen mit holprigem Start

Mit geringer Beteiligung und relativ niedrigen Zuschlägen ist im September die erste Bioenergie-Ausschreibung in Deutschland zu Ende gegangen. Am 18.9.2017 wurden von der Bundesnetzagentur 27,6 MW zugeschlagen, die sich auf 24 Bieter verteilen. Ausgeschrieben waren 122 MW. Damit blieb ein Großteil des Ausschreibungsvolumens ungenutzt. In der Anfang des Jahres in Kraft getretenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) waren erstmals Bioenergie-Ausschreibungen für einen Ausbaupfad von 150 Megawatt (MW) eingeführt worden. Beworben hatten sich nun 33 Bieter, von denen neun wegen Stolpersteinen bei Antragsformalitäten oder Fristen aber aus dem Raster fielen. Dies zeigt, dass der Übergang auf die neue Vergütungspolitik kein nahtloser ist.

Der Fachverband Biogas forderte angesichts der schwachen Beteiligung an der Ausschreibung einige Nachbesserungen und regte an, die Ausschreibungen nicht nur im September, sondern auch zu einem zweiten Termin im Frühjahr stattfinden zu lassen. Zudem hatte der Verband immer wieder Korrekturfaktoren bei den Gebotshöchstgrenzen verlangt, um damit im Sinne der Akteursvielfalt kleineren und mittelgroßen Anlagen bessere Startchancen in der Ausschreibung zu geben.

Anders als im Wind- und Solarbereich dürfen bei den Bioenergie-Ausschreibungen neben Neuanlagen auch Bestandsanlagen mitbieten, für die unterschiedliche Gebotslimits gelten. Für die Neuanlagen greift ein Gebotshöchstwert von 14,88 Cent/kWh, der bei den vier erfolgreichen Anlagen mit mittleren 14,81 Cent knapp unterschritten wurde. Bestandsanlagen erhielten im Mittel einen Zuschlagswert von 14,16 ct/kWh, bei einer Gebotshöchstgrenze von 16,9 Cent/kWh.

Laut Angaben der Bundesnetzagentur erhielten die meisten bezuschlagten Projekte die maximal zulässige Förderung. Ob diese nach Einschätzung der Anlagenbetreiber attraktiv genug für neue oder die Weiterführung bestehender Projekte ist, muss sich zeigen. Das diesmal nicht genutzte Ausschreibungsvolumen wird auf die nächste Runde aufgeschlagen, die für September 2018 geplant ist. Es wird damit gerechnet, dass die Beteiligung dann deutlich stärker sein wird. Dies wird auch nötig sein, sonst wird dem Markt mittelfristig viel Bioenergie-Anlagenkapazität verlorengehen.

- Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht. -