Der klimaneutrale Gebäudesektor

Märkisches_Viertel1Das Umweltbundesamt (UBA) hat vom Öko-Institut und vom Fraunhofer ISE untersuchen lassen, unter welchen Bedingungen ein klimaneutraler Gebäudebestand in Deutschland bis 2050 möglich ist. Veit Bürger, stellvertretender Leiter des Bereichs Energie und Klimaschutz am Öko-Institut in Freiburg, stellt die Ergebnisse im Interview mit dem Verbrauchermagazin Öko-Test vor. Technisch sei es auf jeden Fall möglich, dass der Gebäudebestand bis zur Mitte des Jahrhunderts keine Treibhausgase mehr verursacht. Die Politik dürfe aber nicht darauf vertrauen, dass Gebäudeeigentümer von sich aus ihre Gebäude bis 2050 sanierten. Stattdessen gelt es, die notwendigen politischen Weichen zu stellen.

Zwei Strategien führen zu Treibhausgasminimierung im Gebäudebereich: Sanierungen und der Umstieg auf regenerative Heizungen. In der Studie für das UBA haben Bürger und seine Kollegen zwei Extremszenarien angeschaut. In dem einen Szenario wird der Schwerpunkt auf die Dämmung der Gebäude gelegt und versucht, den verbleibenden, dann nur noch geringen Energiebedarf durch Erneuerbare Energien zu decken. In dem anderen Szenario wird wesentlich weniger gedämmt, allerdings immer noch mehr, als es heute der Standard ist. Zur Kompensation müssten dafür aber wesentlich mehr Erneuerbare Energien eingesetzt werden, um einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. In den Kosten würden sich beide Szenarien kaum unterscheiden, so Bürger. Allerdings müsse man sich bewusst sein, dass weniger Dämmung mehr Erneuerbare Energien notwendig machten. Es ginge auch um eine ganze Menge an erneuerbarem Strom, der zusätzlich zum Bedarf im Strom- und Verkehrssektor erzeugt werden müsste.

Bildquelle: © Lienhard Schulz - German Wikipedia (de:Bild:Märkisches Viertel1.JPG), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1029099

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.