Förderprogramme für Bioenergie-Heizungen

Eine Umstellung auf Heizungssysteme, die mit biogenen Brennstoffen arbeiten, bringt größere Anfangsinvestitionen mit sich. Daher werden von öffentlicher Seite umfassende Förderungen angeboten, die bei den Startkosten unter die Arme greifen.

Da die Entscheidung für ein Heizsystem langfristige Auswirkungen hat, sollten Heizungsbesitzer, ob Privatperson, Wohnungsbaugesellschaft, Unternehmen oder Kommunen, sich schon weit im Vorfeld mit der Festlegung des Zeitpunkt der Umstellung auseinandersetzen. Gerade Kommunen haben die Möglichkeit, eigene Wärmeversorgung in einem größeren Zusammenhang zu denken, da sie meist größere Energieverbraucher sind, etwa mit Schulen, Schwimmbädern oder Sporthallen. Damit können sie über die relativ große Wärmeabnahme bereits einen entscheidenden Baustein für den wirtschaftlichen Betrieb eines Wärmenetzes liefern.

Das aktuelle Zinsumfeld bietet eine attraktive Ausgangslage für größere Investitionen.

Um sich aus dem umfassenden Angebot der bestehenden Förderprogramme die richtigen auszusuchen, bedarf es umfassender Information und Beratung. Sachgerechte Investitionsentscheidungen sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen oder Kommunen benötigen unabhängige, verlässliche Vergleichsmöglichkeiten, um den eigenen Energieverbrauch und die Auswirkungen von Maßnahmen zur Wärmewende besser verstehen, einschätzen und bewerten zu können. Die Bundesregierung fördert daher Informations- und Beratungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen. An private Haushalte richten sich beispielsweise die Energieberatung der Verbraucherzentralen, der Stromspar-Check sowie das Energieberatungsprogramm „Vor-Ort-Beratung“ des BAFA. Gezielt an Unternehmen richten sich etwa die Energieberatung Mittelstand sowie die von der Bundesregierung gemeinsam mit DIHK und ZDH getragene Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz. Kommunen haben über die NKI und über das Programm „Stromspar-Check KOMMUNAL“ ein umfassendes Beratungsangebot.

Marktanreizprogramm (MAP)

Das wichtigste Förderprogramm für die Wärmegewinnung aus Erneuerbaren Energien ist das Marktanreizprogramm (MAP). Mit dem MAP fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Umstellung von Heizungen in Bestandsgebäuden auf Solarwärme, Wärmepumpen und Holzheizungen mit attraktiven Investitionszuschüssen. Der Antrag auf Förderung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Jahr 2016 wurden über das BAFA voraussichtlich Holzfeuerungen mit einer Gesamtsumme von etwa 80 Millionen Euro bezuschusst.

AEE_BewilligteBAFA_ZuschuesseHolzfeuerungen_72dpi

Zusätzlich zum BAFA-Zuschuss können die Heizungsbetreiber ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschüssen bei der staatseigenen Förderbank KfW beantragen. Antragsberechtigt sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen und die öffentliche Hand (z.B. Kommunen zum Heizungsaustausch in Schulen). Teil des Programms ist die Errichtung und die Erweiterung eines Wärmenetzes inkl. der Hausübergabestationen. Das Programm steht in Konkurrenz zum Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) und es werden daher nur Anlagen gefördert, die nicht unter das KWKG fallen. Das MAP fördert außerdem Maßnahmen im Neubau, die über die im Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien im Wärmebereich (EEWärmeG) vorgeschriebenen Mindestmaßnahmen hinausgehen.


Weitere Informationen: www.bafa.de

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)

Im Rahmen des 2016 gestarteten Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) wird eine um 20 Prozent erhöhte Förderung, als Zusatzbonus gemäß der Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung Erneuerbarer Energien dann gewährt, wenn die zu ersetzende Heizungsanlage nachstehende Kriterien erfüllt:

  • Betrieb auf Basis fossiler Energien (z. B. Gas oder Öl)
  • keine Nutzung der Brennwerttechnik oder Brennstoffzellentechnologie
  • es liegt kein Fall der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.

Bei der Optimierung der gesamten Heizungsanlage müssen zudem folgende Schritte durchgeführt werden:

  • Bestandsaufnahme und Analyse des Ist-Zustandes (z. B. nach DIN EN 15378)
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs und Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am gesamten Heizungssystem (z. B. die Optimierung der Heizkurve, die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung sowie der Einsatz von Einzelraumreglern).

Weitere Informationen: www.bafa.de

KfW-Förderprogramme

Die KfW-Förderprogramme unterstützen allgemein die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden, nicht nur die Nutzung Erneuerbarer Energien. Antragsberechtigt sind Privatpersonen wie auch Wohnungsunternehmen, Gemeinden und Landkreise. Das Programm „Energieeffizient Bauen“ adressiert Neubauten; „Energieeffizient Sanieren“ den Wohnungsbestand. Die KfW-Programme „Energieeffizient Sanieren – Kommunen“ und „Sozial Investieren – Energetische Gebäudesanierung“ richten sich ausschließlich an Kommunen. Sie bieten zinsgünstige Darlehen für die energetische Gebäudesanierung von Schulen, Sport- und Schwimmhallen, Kindertagesstätten und sonstiger Gebäude der Kinder- und Jugendarbeit, die vor 1990 fertig gestellt worden sind.

Mit dem Programm „Energetische Stadtsanierung“ fördert die KfW die quartiersbezogene Planung auf der kommunalen Ebene. Das Programm besteht aus zwei Bausteinen, die sich ergänzen. Einerseits werden die Kosten für ein integriertes Quartierskonzept bezuschusst, welches Ausgangsanalysen, Maßnahmen und Ziele formuliert. Anderseits wird die Stelle eines Sanierungsmanagers bezuschusst, der die im Konzept erarbeiteten Maßnahmen und Ziele steuert und kontrolliert. Er agiert zudem als Ansprechpartner bei Fragen der im Quartier beheimateten Anwohner im Hinblick auf Finanzierung oder Förderung.

Weitere Informationen: www.kfw.de

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

Die Bundesregierung fördert mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) die Modernisierung und den Neubau von KWK-Anlagen, den Neu- und Ausbau von Wärme- und Kältenetzen sowie den Neubau von Wärme- und Kältespeichern, in die Wärme oder Kälte aus KWK-Anlagen eingespeist wird. KWK-Anlagen nutzen die bei der Verstromung anfallende Abwärme. Daher werden im KWKG sowohl Vorgaben für die Stromerzeugung, wie auch für die Wärmeinfrastruktur gemacht. Gefördert werden nicht nur regenerative, sondern auch konventionelle KWK-Anlagen.

Das Gesetz verpflichtet Stromnetzbetreiber, förderfähige KWK-Anlagen an ihr Netz anzuschließen, den erzeugten KWK-Strom vorrangig abzunehmen und nach einem festen Satz zu vergüten. Das seit 1. Januar 2017 geltende KWKG 2017 fördert weiterhin Wärmenetze, hat aber die Vorgaben für die KWKW-Anlagen angepasst. So müssen die förderfähigen Wärmenetze zu mindestens 75 Prozent aus KWK-Wärme gespeist werden. Alternativ genügen 25 Prozent KWK, falls weitere 25 Prozent aus Erneuerbaren Energien oder industrieller Abwärme stammen.

Weitere Informationen: www.bafa.de

Nationale Klimaschutzinitiative (NKI)

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) fördert das Bundesumweltministerium die Wärmeplanung in Kommunen. Die Gemeinden werden bei der Erstellung von strategischen Plänen zur „Integrierten Wärmenutzung in Kommunen“ mit einem Zuschuss bis zu 50 Prozent unterstützt. Finanzschwache Verwaltungen erhalten eine erhöhte Förderquote von bis zu 95 Prozent. Kommunen, die noch keine Erfahrung mit dem Einsatz klimafreundlicher Wärmetechnologien haben, können eine sogenannte „Einstiegsberatung für Kommunen“ beantragen. Zur Umsetzung des Konzepts fördert die NKI neu geschaffene Stellen von Klimaschutzmanagern für eine Dauer von bis zu drei Jahren (mit der Möglichkeit einer Anschlussförderung von bis zu zwei Jahren).

Weitere Informationen: www.klimaschutz.de

Förderprogramme der Bundesländer

Beim Erreichen der energiepolitischen Ziele übernehmen auch die Bundesländer Verantwortung und versuchen die Wärmewende mit eigenen Förderprogrammen voranzutreiben. Dabei richten sich die Förderprogramme an Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen gleichermaßen. Die Förderprogramme sind auf die eigene Situation und die jeweiligen Voraussetzungen in den verschiedenen Bundesländern zugeschnitten.

Weitere Informationen: www.foerderdatenbank.de


Der Text stammt aus dem Renews Kompakt „Bioenergie richtig fördern lassen“ der Agentur für Erneuerbare Energien. Das Hintergrundpapier stellt einige der wichtigsten Förderprogramme vor, welche auf Heizsystemen zugeschnitten sind, die mit biogenen Brennstoffen arbeiten.