Grünstrommarktmodell nicht in dieser Legislaturperiode

gruenstrommarktmodellDer Vorstoß mehrerer Ökostromanbieter für ein neues Modell zur Grünstromvermarktung findet bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) keinen Anklang. „Das Wirtschaftsministerium sieht das Grünstrommarktmodell nicht als geeignet an“, hieß es Mitte Oktober 2015 aus dem Bundeswirtschaftsministerium - so berichtet der Branchendienst www.e21.info. Es gebe europarechtliche Bedenken gegenüber dem Modell, das die Unternehmen clean energy sourcing, EWS Schönau, Greenpeace Energy, MVV Energie und Naturstrom 2014 entwickelt hatten. Die Absage wurde offiziell, kurz nachdem der Bundesrat am 16.10.2015 die Bundesregierung aufgefordert hatte, für Vermarktungsmöglichkeiten von „grünem Strom“ eine europarechtskonforme Verordnung vorzulegen. In ihrer Initiative stellten die Länder fest, dass die Regierung bisher keine Rechtsgrundlage für die Vermarktung von sogenanntem Grünstrom erlassen hat. Seit der ersatzlosen Streichung des Grünstromprivilegs im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2014 gebe es keine wirtschaftlich auskömmliche Möglichkeit, Endkunden direkt mit Strom aus EEG-Anlagen zu beliefern.

Das Fachmagazin Energy und Management berichtet, für Daniel Hölder, Leiter Energiepolitik bei Clean Energy Soucing, seien die Begründungen des Bundeswirtschaftsministeriums nicht aussagekräftig: „Ich habe den Eindruck, dass das Bundeswirtschaftsministerium keine Vermarktungsalternative neben der Marktprämie für die Direktvermarktung zulassen will.“

Dass Bedarf an regionalen Ökostromprodukten gegeben sei, legt die Berichterstattung des Online-Magazins klimaretter.info nahe: Eine Verbandsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) habe ergeben, dass 37 Prozent der Unternehmen bereit seien, mehr Geld für den Bezug von Ökostrom aus Deutschland auszugeben, wenn dieser mit einem entsprechenden Zertifikat gekennzeichnet und damit als Werbebotschaft verwendbar wäre.

Bildquelle:  www.gruenstrom-markt-modell.de

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.