Ökostrom-Rekorde im Mai 2016

wind_pvDer Anteil Erneuerbarer Energien am deutschen Strombedarf hatte am Muttertag 2016 einen neuen Rekordwert erreicht: Am ersten Maiwochenende wurden zeitweise 87,6 Prozent des Bedarfs mit Ökostrom gedeckt. Zuerst berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf den Think Tank Agora Energiewende über den Rekord. Bild berichtet weiterhin, als Folge des Ereignisses kam es zu einem Überangebot an Strom aus Kohle und Gas, so dass Kraftwerksbetreiber bis zu 13 Cent pro Kilowattstunde Strom zahlen mussten, um ihren Strom an der Strombörse loszuwerden.

Ein Artikel des Berliner Tagesspiegels erklärt die Hintergründe der Preisbildung an der Strombörse am Beispiel von negativen Strompreisen zu Pfingsten 2016. Auch am Pfingstsonntag war der Strompreis für vier Stunden unter 0 gesunken. Der Artikel geht der Frage nach, welche Gründe es gibt, konventionelle Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, wenn der dort erzeugte Strom kein Geld mehr bringt. Zur Beantwortung der Frage konsultiert der Beitrag eine vom Bundeswirtschaftsminsterium beauftragte Studie zu negativen Strompreisen. Demnach sei „das Auftreten negativer Strompreise zunächst Ergebnis rationaler Entscheidungen der Akteure“. Verständlich beschreibt der Artikel, was sich hinter den Begriffen „Redispatch“ und „Must-Run-Kapazität“ verbirgt. Neben vielen weiteren Experten sind auch die grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden und BEE-Geschäftsführer Hermann Falk O-Ton-Geber. Sie bringen zur Sprache, das negative Strompreise zu Muttertag und Pfingsten nahe legen, dass klimaschädliche Braunkohlekraftwerk ungebremst weiterlaufen.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.