Offenbach an der Queich investiert in günstige CO2-freie Wärme für seine Bürger*innen

Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet im Dezember die Gemeinde Offenbach an der Queich als Energie-Kommune des Monats aus.

Berlin, 15. Dezember 2022 – Die Kommune im Süden von Rheinland-Pfalz baut über den kommunalen Energieversorger das städtische Wärmenetz bereits seit 2020 konsequent aus. Durch die Installation zweier zusätzlicher Wärmepumpen können weitere kommunale sowie private Gebäude angeschlossen und mit CO2-freier Wärme versorgt werden.  

Seit mittlerweile knapp zwei Jahrzehnten investiert Offenbach an der Queich unter Bürgermeister Axel Wassyl in die Energie- und Wärmewende. Insbesondere Investitionen in den Ausbau der Wärmeinfrastruktur gewinnen zunehmend an Bedeutung. Über Leitungen des neuen kommunalen ‚kalten‘ Nahwärmenetzes wird das Rathaus inzwischen seit knapp zwei Jahren mit Wärme versorgt. Geplant ist zudem der Anschluss privater Haushalte und des Schwimmbads sowie der Sporthalle des Ortes. Durch die Kommunalisierung des Stromnetzes über eine GmbH mit kommunaler Mehrheitsbeteiligung kann Offenbach schnell und flexibel auf neue Herausforderungen reagieren. „Kommunale Handlungsfähigkeit ist entscheidend für die Bewältigung aktueller Krisen“, sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. „Unsere Akzeptanzumfrage zeigt, dass insbesondere durch die Krisen der letzten Jahre eine neue Bereitschaft für den Ausbau der Erneuerbaren Energien entstanden ist.“ Diese Dynamik müsse jetzt in den Kommunen durch Investitionen in erneuerbaren Strom und erneuerbare Wärme gefestigt werden. Offenbach hat sich hier die notwendige Handlungsfreiheit geschaffen und setzt nun konsequent Projekte um, die das Klima schützen und durch die Stabilisierung der Energiepreise auch den kommunalen Zusammenhalt stärken.

Die Hauptakteure des Nahwärmenetzes auf dem Dach das Rathauses mit PV-Dachanlage (v.l.n.r.: Robin Göbel, Patrick Hoffmann beide Energie Südwest Projektentwicklung, Bürgermeister Axel Wassyl; Foto: Offenbach an der Queich).

Kommunalisierung eröffnet Offenbach an der Queich neue Möglichkeiten bei der Planung der Energiewende
Mit der Kommunalisierung des Stromnetzes 2015 erreicht die kommunale Energiewende einen vorläufigen Höhepunkt. Der neue Energieversorger beliefert die Kunden*innen in der Region bereits heute mit Ökostrom. Gleichzeitig eröffnet dieser der Kommunalverwaltung neue Möglichkeiten bei der Planung der kommunalen Wärmewende, indem er teilweise Projektions- und Planungskosten sowie andere Investitionskosten für den Anschluss privater Haushalte an das stetig wachsende Wärmenetz übernimmt. Auch bieten sich mehr Möglichkeiten auf die Preisgestaltung einzuwirken und somit soziale Härten abzufedern. Ziel der Kommunalverwaltung ist nämlich die Schaffung eines Zugangs für möglichst alle Offenbacher*innen. Bei der Planung neuer Wohngebiete sowie der Erneuerung von Straßen nutzt die Kommune durch effizientere Planung zudem Synergien. So werden beispielsweise bei allen Straßensanierungsmaßnahmen gleich die Leitungen für das Wärmenetz mitverlegt.

Kommune investiert mit regionalen Partner*innen in Erneuerbare Energien
Neben dem Wärmenetz investiert Offenbach an der Queich über die 2014 gegründete Energie Südpfalz GmbH in den Ausbau der lokalen Erzeugungskapazität. Über ihre Beteiligung ist die Kommune inzwischen an sieben PV-Anlagen mit einer jährlichen Gesamtleistung von 10.100 Megawattstunden erneuerbarem Strom beteiligt. Über den Windpark Offenbach auf dem Gebiet der Kommune wird nochmals etwa die dreifache Menge an erneuerbarem Strom pro Jahr erzeugt. 2021 stellten die sechs Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von knapp 140 Metern genug Strom für 13.000 Durchschnittshaushalte zur Verfügung. Zum Vergleich: In Offenbach an der Queich leben etwa 6.000 Bürger*innen.

Das ausführliche Portrait zu der Energie-Kommune des Monats finden Sie hier: www.unendlich-viel-energie.de/projekte/energie-kommunen/offenbach-an-der-queich

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