FrankfurtRheinMain für Energiewende geehrt

In Frankfurt am Main und in den übrigen 74 Kommunen des Regionalverbands FrankfurtRheinMain verdeutlichen eine Vielzahl von Projekten, den Einsatz der politischen Ebene und das Engagement von Bürgerinnen, Bürgern und Wirtschaft für die Energiewende. Diese reichen von der partizipativen Planung von Anlagen der Erneuerbaren Energien, über Stromsparhelfer für einkommensschwache Haushalte bis hin zu innovativen Konzepten wie „Power to Gas“-Anlagen und Neubauten mit Eisspeichern. „Mit dem Regionalen Energiekonzept FrankfurtRheinMain will die Stadt nun gemeinsam mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain die Bemühungen zu einer Energiewendestrategie bündeln, welche die Einzelmaßnahmen koordinieren und den Ausbau strukturieren kann“, begründet Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), die Entscheidung zur Auszeichnung des Regionalverbands und der Stadt als Energie-Kommune. „Frankfurt am Main und der Regionalverband übernehmen damit eine Vorbildfunktion in Deutschland.“

„Dass gleich 75 Kommunen auf einmal ausgezeichnet werden, ist der besonders ambitionierten Zielsetzung des Regionalverbands geschuldet, die 2,2 Millionen Einwohner vollständig mit Erneuerbaren Energien zu versorgen - und dies ausschließlich und gemeinschaftlich aus der Region“, erklärt Vohrer. „Einerseits würdigen wir das Engagement einer Großstadt, die eigenen Potenziale zu erschließen. Anderseits war es uns wichtig, den gemeinsamen und interkommunalen Ansatz von Stadt und Regionalverband hervorzuheben“, so Vohrer. „Dem Regionalverband kommt dabei als Planungsinstanz, Moderator und Koordinator eine Schlüsselposition zu.“

Die Stadt Frankfurt am Main plant, die Hälfte der jährlich verbrauchten Energie einzusparen. Neben den Stromsparhelfern, die dank einfacher Tipps und informativer Starterpakete zur Senkung des Stromverbrauchs und damit auch der Kosten beitragen, setzt Frankfurt bei den städtischen Gebäuden bereits seit 2007 auf den Passivhausstandard und entwickelt effiziente und gemeinschaftliche Wärmeversorgungskonzepte für Quartiere. Die zwei wesentlichen Instrumente des Verbands sind das formelle Verfahren des Landschaftsplans und des Regionalen Flächennutzungsplans, das auch die Ermittlung und Festlegung der Flächen für die Nutzung der Windenergie beinhaltet. Daneben nutzt der Verband informelle Verfahren, die gemeinsame Ziele, Leitlinien und Umsetzungsstrategien der Kommunen formulieren.

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Das zentrale Ziel von Stadt und Regionalverband ist die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien aus eigenen Ressourcen. Durch die Regionalisierung der Energieversorgung erreichen Stadt und Region, dass die Ausgaben für die Energiebeschaffung vor Ort bleiben. Allein für die Energieversorgung der Finanzmetropole Frankfurt am Main fallen jedes Jahr Ausgaben von fast zwei Milliarden Euro an, die aus der Region abfließen. „Die Region setzt durch die gemeinsame Energiestrategie auf die Stärkung der eigenen Wirtschaftskreisläufe“, hebt AEE-Geschäftsführer Vohrer hervor.

Das Energiekonzept wird ab November gemeinsam mit Akteuren aus Stadt und Region erarbeitet. „Gerade der Ausbau der Erneuerbaren Energien, aber auch die Einsparung im Energieverbrauch und die Energieeffizienz, ist nicht nur Aufgabe der Kommune, sondern zugleich der Bürgerinnen und Bürger sowie der regionalen Wirtschaft“, bemerkt Vohrer. „Kommunen können diese Zusammenarbeit aktivieren. Deshalb ist die Einbindung vieler Akteure beim Energiekonzept so wichtig.“

Zentrale Akteure sind etwa die regionalen Energieversorger, aber auch die Architekten, Handwerker und Verbände. Mit dem Architekturpreis „GreenBuilding FrankfurtRheinMain“, der gemeinsam von Stadt und Regionalverband verliehen wird, werden die Architekten und Bauherren auf die Möglichkeiten von Energieversorgungskonzepten aufmerksam. Unter den Preisträgern findet sich beispielsweise ein Mühltaler Einfamilienhaus aus den Siebziger Jahren, welches von einem ölbefeuerten Energiefresser zu einem Energieplushaus wurde. Kernstück des neu gedämmten Hauses ist eine Solarstromanlage, die dank Luft-Wasser-Wärmepumpe und integrierter Ladestation auch die Bereiche Heizung und Mobilität abdeckt. Ein anderes Beispiel aus dem Frankfurter Stadtteil Riedberg ist ein innovatives Mehrfamilienhaus, welches die überschüssige Energie aus den übereinander verbauten Solarwärme- und Solarstromanlagen in einem Eisspeicher und einem Batteriespeicher nutzt. Und mit Innovationen kann Frankfurt am Main auch im Ostend aufwarten: Ein Energieversorger betreibt hier eine „Power to Gas“-Anlage, die überschüssigen Strom mit Hilfe von Elektrolyse als Wasserstoff speichern kann. Gemeinsam mit Biogas aus biogenen Reststoffen können solche Verfahren eine wichtige Rolle für die sichere Vollversorgung spielen.

„Die vielen Beispiele, welche die Stärken der einzelnen Erneuerbaren Energien deutlich machen, bilden eine hervorragende Grundlage“, so AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Mit der partizipativen Erarbeitung des Energiekonzepts wird daraus ein schlüssiges Gesamtbild.“

Einen ausführlichen Bericht zur Energie-Kommune Frankfurt am Main und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain finden Sie auf dem AEE-Infoportal: www.kommunal-erneuerbar.de.

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