Rheinische Energie

Für die Nutzung der Erdwärme-Potenziale wird das niederrheinische Willich als Energie-Kommune geehrt

Willich_7Willich nutzt ihr Erdwärme-Potenzial bisher konsequent für die kommunale Energiewende. Dank der Ablagerungen des Rheins liegen enorme Erdwärme-Potenziale unter den Füßen der Willicher. Schon mehr als 500 geothermischen Wärmeprojekten sind umgesetzt. Diese reichen von Erdwärmepumpen für Einfamilienhäuser, vom Neubau bis zum Altbau, über größere Wärmelösungen für gewerbliche und kommunale Gebäude bis hin zu Wärmenetzen für ganze Quartiere. Für ihr Engagement ist Willich heute von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet worden.

Willich am Niederrhein ist eine Stadt mit mehr als 50.000 Einwohnern und ein Beispiel für einen erfolgreichen Strukturwandel in einer ehemaligen Kohle- und Stahlregion in Nordrhein-Westfalen: Sinnbild für diese Entwicklung ist der Gewerbepark auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Becker.„Ein zentrales Element des Gewerbeparks ist das Gründerzentrum an der Wasserachse, in dem auch das Geothermiezentrum Willich beheimatet ist“, stellt Willichs Bürgermeister Josef Heyes fest. „Hier stehen die Türen für eine umfassende Beratung der Bürgerinnen und Bürger jederzeit offen, und eine Reihe von Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz haben sich angesiedelt.“

„Information ist eines der wichtigsten Instrumente, über die eine Kommune verfügt, um Menschen und Unternehmen vor Ort zu einem Umdenken zu bewegen“, betont Bürgermeister Heyes. Willich untersucht daher die eigenen Potenziale nicht nur, sondern kommuniziert sie auch auf Augenhöhe.


Und Potenziale gibt es aus der geologischen Situation am Niederrhein genug: Innerhalb der letzten knapp zwei Millionen Jahre lagerten sich entlang des mäandrierenden Rheins mächtige Flusssedimente ab. Sande und Kiese des Rheins bilden am Standort Willich die oberen ca. 30 bis 50 Meter der geologischen Ablagerungen. Dank dieser Ablagerungen entstand ein ergiebiger Grundwasserleiter. Das Grundwasser dient aber nicht nur als ein großes Trinkwasserreservoir, sondern auch als mächtiger Energiespeicher. In Willich sind die geothermischen Potenziale daher erheblich. Rechenbeispiele des Geothermiezentrums zeigen, dass ein örtliches Gewerbeunternehmen mit einer Nutzfläche von ungefähr 1.000 Quadratmetern dank einer Erdwärmepumpe die jährlichen Energiekosten um fast 6.000 Euro senken kann – eine Doppelhaushälfte mit 150 Quadratmetern immerhin um 800 Euro im Jahr.

„Am Niederrhein liegt nicht nur die klimaschädliche Braunkohle, sondern auch eine saubere Alternative“, so Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE. „Willich nutzt das saubere Potenzial der Erdwärme und liefert damit ein erfolgreiches Beispiel für einen klimafreundlichen Strukturwandel.“

Einen ausführlichen Bericht zu Willich finden Sie auf dem AEE-Infoportal: www.kommunal-erneuerbar.de

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