Steinhagen und Woerden: Alte Freundschaft, neue Energie

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EWPS_Steinhagen_Woerden.JPGDie nordrhein-westfälische Gemeinde Steinhagen ist schon seit dem Jahr 1972 in Form einer Städtepartnerschaft mit der niederländischen Stadt Woerden befreundet. Im Projekt Energiewende PartnerStadt ergreifen sie nun gemeinsam die Chance im Themenbereich der Erneuerbaren Energien voneinander zu lernen, um die eigenen Klimaschutzziele zu erreichen.

Die 21.000 Einwohner*innen Steinhagens möchten spätestens im Jahr 2050 fossilfrei leben. Die Niederländer*innen machen beim Thema Klimaschutzziele Tempo und wollen schon im Jahr 2030 in einer klimaneutralen Stadt ohne fossile Energien leben. Dazu gehört unter anderem auch der Abschied von Gas, welches besonders in den Niederlanden verbreitet ist.

„Wir möchten mit allen gemeinsam unsere Zukunft gestalten! Deshalb sollen alle Einwohnerinnen und Einwohner Woerdens an der Energiewende Teil haben, aber auch die Region, in der wir leben und natürlich unsere europäischen Partner aus Steinhagen!“ Tymon de Weger, Dezernent des Nachhaltigkeitsmanagements Woerden.

Steckbriefe_Woerden_GermanZur Erreichung ihrer Klimaziele denkt Woerden ganzheitlich: Neben der Sanierung des Rathauses werden Mietwohnungen klimafreundlich renoviert, E-Ladestationen in der Stadt in Betrieb genommen und Energiespeicher getestet. Auf dem Gemeindehaus sind rund 400 Solarstromanlagen verteilt. Wird die gesamte Stadt unter die Lupe genommen, finden sich eine klimaneutrale Schule, neue Reihenhäuser mit Photovoltaikanlagen und erneuerbare Energie-Kooperationen zwischen einzelnen Unternehmen. Auch die Industrie ist vom Klimaengagement der Stadt gepackt, der Industriepark möchte seine CO2-Emissionen bis 2022 um 20 Prozent des jetzigen Energieverbrauchs reduzieren. Woerden hat erkannt, dass in der Energiewende Verwaltung, Bürger*innen und die Wirtschaft Teil haben müssen. Ganzheitlich bedeutet deshalb für Woerden auch, dass die gesamte Region Erneuerbare Energien integriert. Aus diesem Grund wird derzeit eine Regionale Energiestrategie entwickelt, die definiert, welche Erneuerbaren Energietechnologie an welchen Orten dezentral Strom erzeugen sollen.

Steckbriefe_Steinhagen_German_72dpiGanz ähnlich engagiert sich Steinhagen: Klimaschutzkonzepte gibt es für Gewerbe, Radverkehr, kommunale Gewerbe und für die Gemeinde selbst. Im Jahr 2015 hat die Kommune 22 Prozent des eigenen Energiebedarfs durch Erneuerbare Energien gedeckt. Mit Solarstrom und Solarthermie, Biogasanlagen, Erdwärme und einem kleinen Wasserkraftwerk sind die Erneuerbaren Energien in der Kommune vertreten. Hinzu kommen noch die Photovoltaik- und Windenergieanlagen, an denen die Gemeinde mittelbar über die Gemeindewerke Steinhagen GmbH beteiligt ist. Die Gemeindewerke Steinhagen sind zudem zu 100 Prozent in Gemeindehand und liefern für Tarifkunden erneuerbaren Strom nach Hause. Auch hier greift der ganzheitliche Ansatz, denn die Gemeindewerke installieren und betreiben Ladestationen im Ort, um auch im Verkehrssektor die Energiewende weiter voranzubringen. Das Konzept zu Elektro-Ladestationen für Fahrräder und Autos ergänzt die bereits vorhandenen Klimaschutzkonzepte der Gemeinde.

„Aktuelle Themen wie Klimaschutz und Energiewende gehen alle etwas an – auch auf europäischer Ebene. Ein gemeinsames Verständnis und Lösungsansätze dieser aktuellen Fragen erreichen wir nur mit intensivem Austausch und wenn wir bereit sind, voneinander zu lernen. Steinhagen und Woerden stehen dafür in den Startlöchern!“ Klaus Besser, Bürgermeister Steinhagen.

Gemeinsam möchten die Partnerstädte Freundschaft und Austausch weiterführen. Die Zusammenarbeit im Projekt Energiewende PartnerStadt dreht sich Anfang Oktober um die Verkehrswende, das Gebäudemanagement, Energiespeicher und Bürger*innenbeteiligung. Vorträge und Exkursionen fördern Diskussion und Wissensaustausch – besonders die Exkursionen in der Stadt Woerden zu landwirtschaftlichen Betrieben oder dem sanierten Rathaus werden die Praxis der Erneuerbaren Energien erfahrbar machen. Bürger*innenbeteiligung soll besonders unter dem Gesichtspunkt der Beteiligung von einkommensschwächeren Haushalten und älteren Generationen debattiert werden. Das Treffen verspricht schon jetzt viel Neues für die Energiewende! 

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