Erneuerbare Energien für zuhause - welche Möglichkeiten gibt es?

Erneuerbare Energien für zuhause haben im Gegensatz zu fossilen Energieträgern einen entscheidenden Vorteil: Das Angebot der dafür benötigten Ressourcen ist nahezu unendlich – man spricht deshalb auch von regenerativer Energie. Diesen Vorteil können sich auch die Privathaushalte zu Nutze machen. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben, um Ihr zuhause energieautark zu betreiben.

Solarenergie – Sonnenstrahlung für Strom und Wärme

Als Solarenergie bezeichnet man die Energie der Sonnenstrahlung. Die Erdoberfläche empfängt etwa 240 Watt/ m² - diese kostenlose und frei verfügbar Sonnenenergie lässt sich technisch nutzbar machen.

Mit einer Photovoltaikanlagen auf dem Dach lässt sich aus der Sonneneinstrahlung elektrische Energie erzeugen. So kann man netzunabhängig elektrische Geräte wie Herd, Kühlschrank, etc. betreiben. Damit man auch ausreichend Energie in der Nacht zur Verfügung hat, sollte man sich einen Solarstromspeicher zulegen. Im kleineren Rahmen kann man auch einzelne elektrische Betriebsmittel mit integriertem Solarmodul und Akku wie z.B. Leuchten verwenden. Die Garagenbeleuchtung eignet sich ideal, um von der Sonnenenergie zu profitieren.

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(© hbruellmann / pixabay.com)

Zusätzlich kann man zuhause von dem Solarthermie-Verfahren Gebrauch machen. Diese Kollektoren werden ebenfalls auf dem Hausdach angebracht und ziehen durch ihre schwarze Farbe die Sonnenstrahlen an. Der Pufferspeicher speichert die Wärme, sodass man auch nach mehreren Tagen ohne Sonne die Möglichkeit hat, warm zu duschen oder die Heizung anzustellen.

Wenn Privathaushalte mehr Strom produzieren als sie verbrauchen, dann kann der Energieüberschuss gegen einen finanziellen Ausgleich in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden – das gilt im Prinzip für alle erneuerbaren Energieformen.

Wärmepumpe - Umgebungswärme aus Erdreich, Umgebungsluft und Grundwasser

Es ist technisch möglich, die Umgebungswärme der Umwelt sowie die Erdwärme (Geothermie) bis zu einer Tiefe von 400 Metern in das heimische Heizsystem miteinfließen zu lassen.

Die Wärmepumpe machts möglich: sie funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt und wesentlich effizienter. Den steigenden Absatzzahlen für Heizungswärmepumpen nach zu urteilen, ist diese Form der grünen Energie für die eigenen vier Wände weiter auf dem Vormarsch.

Windkraftanlage – Wind als Energiequelle

Eine weitere Möglichkeit, erneuerbare Energien für zuhause zu nutzen, ist der Wind. Anders als früher die mechanische Mühle, kann man heute dank fortschreitender Verfahrensoptimierung die Windenergie nun sogar in Strom umwandeln. Das Prinzip dabei ist folgendes:

  • die Windkraft bzw. die Bewegungsenergie führen zu Rotationsbewegungen der Rotorblätter.

  • die Rotorblätter setzen den Rotor der Anlage in Bewegung

  • der Anlagenrotor überträgt die Rotationsenergie an einen Generator

  • der Windgenerator erzeugt Strom

Sofort denkt man bei der Windkraftanlage an die riesigen Anlagen auf den Feldern, doch es geht auch kleiner. Mikro-Windanlagen haben beispielsweise eine Breite im Bereich von 130 cm und eignen sich bestens für das Eigenheim.

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 (© Joenomias / pixabay.com)

Bei der Standortwahl sollte man zwei Aspekte bedenken, um das Energiepotential voll auszuschöpfen:

  • windstarken Standort wählen (das Hausdach oder Windturbine mit Mast)

  • die Schneise der Hauptwindrichtung sollte nicht mit Objekten verstellt sein

Exot Wasserkraftwerk – viel Aufwand aber durchgehende Energieproduktion

Klein- bzw. Mini-Wasserkraftwerke bestehen aus Rotoren, die durch fließendes Wasser in Bewegung gesetzt werden. Aus dieser Drehkraft kann Strom erzeugt werden.

Für den Betrieb eines eigenen Wasserkraftwerks müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Standorteignung – der eigene Garten muss über einen Fluss oder Bach verfügen

  • Das Gewässer muss genügend Power liefern um wirtschaftlich rentabel zu sein
  • Genügend Kapital um die hohen Anschaffungskosten zu bewältigen

  • Eingriff in die Natur – Genehmigung und Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich

Im Gegensatz zur Solarenergie liegt der Vorteil des privaten Wasserkraftwerks in seiner Wetterunabhängigkeit. Es kann stetig Strom produziert werden, sodass sich die Investitionskosten über die Zeit amortisieren.

Tipp: Von der KfW Bank gibt es diverse Förderprodukte für Investitionen in erneuerbare Energien.

Energie von Ökoanbietern

Für Umweltbewusste, die aus unterschiedlichsten Gründen zuhause keine „eigene“ Energie produzieren wollen oder können, bietet sich der Energiebezug von Ökoanbietern an.

Ein guter Ökoanbieter liefert natürlich keinen Strom aus Kohle- oder Atomkraft. Bei der Wahl des richtigen Anbieters sollte man also darauf achten, dass der Strom nicht aus ebenjenen Energieträgern erzeugt wird.

Info: Laut Statista betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung 2018 40,4 %. Von den erneuerbaren Energiequellen bildet die Windenergie mit 20,4 % den größten Posten.

Kontakt
Matthias Gottschalk
Freier Journalist

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