Biodiesel verteuert sich kräftig

ufop_logo_400x300Berlin, 10. Dezember 2018. Es wird häufig argumentiert, dass die EU-Biokraftstoffpolitik die Preise für Agrarrohstoffe verteuert; belegen lässt sich dies allerdings nicht.

Mit der weltweiten Preisexplosion für Agrarrohstoffe und Grundnahrungsmittel in den Jahren 2007 und 2008 und der damit einhergehenden Preisvolatilität rückte das Thema Welternährung wieder verstärkt in den Vordergrund. Die fortwährende Hunger- und Armutssituation wird seither vorrangig mit der weltweiten Preisentwicklung für Agrarrohstoffe und der Förderung von Biokraftstoffen in Verbindung gebracht. Insbesondere Umweltverbände beantworten diese Frage öffentlichkeitswirksam häufig vorrangig mit der EU-Biokraftstoffpolitik.

Dabei wird ausgeblendet, dass die Angebotsseite laut FAO durch Intensivierung und höhere Erträge „reagiert“: Rekordernten führen seit mehreren Jahren zu einem globalen Überhang und damit zu einem Aufbau an Vorräten auf hohem Niveau. Gleichzeitig stieg der Biokraftstoffanteil in den wichtigsten Agrarexportländern in Asien sowie Nord- und Südamerika auf neue Höchststände. Die Regierungen hatten infolge der Überschüsse mit einer Anhebung der nationalen Biokraftstoffquoten reagiert, um die Erzeugerpreise zu stabilisieren. Dass die Kraftstoffpreise selbst nur einen geringen Einfluss auf die Agrarrohstoffpreise haben, zeigt derzeit der Biodieselhype, der auf die Abgabepreise von rohem Rapsöl kaum Wirkung zeigt. Die Nachfrage nach Rapsmethylester in den vergangenen Wochen hat zwar das Angebot verknappt, der Rohstoff war dennoch immer reichlich vorhanden. Daher sind die Rapsölpreise nur wenig gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Preisabstand zwischen Raps- und Palmöl nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) auf etwa 300 EUR je t erhöht. Bestimmendes Thema für die Warenkette der Rapsverarbeitung und Biodieselherstellung ist hierzulande vielmehr die prekäre Transportsituation. Denn die Niedrigwassersituation in Deutschland schmälert und verteuert den Warenfluss.

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