Erneuerbare Energie vom Land - so kommt sie an

Strom, Wärme und Kraftstoffe aus regenerativen Quellen schaffen mehr Lebensqualität in Deutschlands Regionen

Berlin, 28. April 2014. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein Projekt für ganz Deutschland. Von der Solaranlage auf Mietshäusern bis zur Holzheizung für Industriebetriebe reichen die Projekte zur Umstellung auf eine regenerative Energieversorgung. Besonderen Stellenwert für die Energiewende hat jedoch der ländliche Raum. „Weil der Ausbau der Erneuerbaren Energien dezentral in den Gemeinden stattfindet, sind dort auch die Bürger mit ihrem Engagement gefordert“, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Wie Bürger und Unternehmen sich vor Ort für die Energiewende stark machen, zeigt die neue AEE-Broschüre „Energie vom Land kommt an“, in der rund ein Dutzend Projekte aus dem ländlichen Raum vorgestellt werden.

Die Broschüre versammelt Erneuerbare-Energien-Projekte von engagierten Bürgern im ländlichen Raum, darunter Landwirte und Landwirtinnen, die in den vergangenen Jahren in die umweltfreundliche Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien investiert haben. Zu ihnen gehört Meike Schreiber aus dem östlichen Niedersachsen, die mit ihrem Ehemann Henning in Solarzellen auf dem Hof und gemeinsam mit anderen Landwirten in eine Biogasanlage investiert hat. Unweit der „Asse“ mit ihrer Altlast aus Atommüll zeigen sie, wie ein Umstieg auf Erneuerbare gelingen kann. Den Ausbau der Stromnetze für die Energiewende unterstützen sie ebenfalls. „Wir dürfen die Augen vor den Veränderungen nicht verschließen. Wir haben selbst Stromleitungen über dem Acker und das ist nötig“, konstatiert Meike Schreiber mit Blick auf den Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland.

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Kleine Unternehmer und Bürgergesellschaften nicht ausbremsen
Jemand, der diesen Stromtransport benötigt, ist Öko-Landwirt Jess Jessen aus dem schleswig-holsteinischen Galmsbüll. Er stieg schon vor mehr als 20 Jahren in die Nutzung der Windkraft an der Nordseeküste ein. Mittlerweile werden viele seiner alten Windenergieanlagen durch neue, leistungsfähigere ersetzt. An dem jüngsten Repowering-Projekt beteiligen sich 440 von 650 Bürgern aus Galmsbüll. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 30 Millionen Euro. Jessen hat als Pionier der Erneuerbaren auch die Rahmenbedingungen im Blick: „Ich hoffe, dass die von einigen in der Politik favorisierten Quoten- und Ausschreibungsmodelle nicht kommen, damit kleine Unternehmer und Bürgergesellschaften weiterhin investieren können. Ich bin trotz allem optimistisch, dass sich das Unternehmertum gegen die Macht der Großen durchsetzen wird“, sagt Jessen.

„Statt Putin und den Ölscheichs profitieren nun die Allgäuer Bauern“
Starke Bürgerbeteiligung an Erneuerbaren Energien ist auch bei Windener-gieprojekten im Binnenland möglich, wie es der Windpark im fränkischen Gollhofen-Rodheim vormacht. Hier sind 275 Bürger im Besitz von sechs Windrädern. „Solche Erfolge zum Wohle der Gemeinschaft sind auch in anderen Teilen Bayerns möglich“, sagt der Geschäftsführer der Ökonergie AG, Erwin Keller, die als Projektentwicklerin den Windpark realisiert hat. Wie der Ausbau der Erneuerbaren in Süddeutschland auch an anderer Stelle für einen Zugewinn an Wirtschaftskraft sorgen kann, zeigt die Brauerei Härle aus Leutkirch im Allgäu, die ihren Strombedarf mit Ökostrom deckt, den Fuhrpark mit Biodiesel betankt und ihre Wärmeversorgung auf Holzhackschnitzel umgestellt hat. „Wir haben den Komplettumstieg auf Erneuerbare Energien vollzogen. Statt Putin und den Ölscheichs profitieren nun die Allgäuer Bauern“, resümiert Brauereichef Clemens Härle. „Wenn wir mit unserem Vorbild dazu beitragen können, dass auch andere Unternehmen ihre Klimaschutzbemühungen verstärken, dann freut uns das ganz besonders“, sagt Härle.

Die 24 Seiten umfassende Broschüre zeigt neben interessanten Bürgerbeteiligungsmodellen weitere Stärken der Erneuerbaren Energien, etwa die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten von Biogas oder den Einsatz neuer Energiepflanzen. Auch das Zusammenspiel der Erneuerbaren, beispielsweise von Photovoltaik und Bioenergie, wird gezeigt. 


Kontakt:
Agentur für Erneuerbare Energien
Alexander Knebel
Pressereferent
Tel: 030-200535-52
Mail: a.knebel@unendlich-viel-energie.de

www.unendlich-viel-energie.de