Kommunale Energiewende ist zentraler Motor für Klimaschutz

100_prozent_kongress

Kassel, 10. November 2015 - Der kommunale Ausbau von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ist ein entscheidender Baustein für den Klimaschutz. Anlässlich des heute in Kassel eröffneten Kongresses „100%-Erneuerbare-Energien-Regionen" betonte Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir die Bedeutung von Städten und Gemeinden für die Umsetzung der Energiewende. Der Kongress ist mit 500 Teilnehmern das bundesweit größte Expertentreffen zu Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz in Kommunen und Regionen.

„Die Energiewende in Hessen nimmt Fahrt auf, und Kommunen und ihre Versorger gehören zu ihren wichtigsten Akteuren“, sagte Al-Wazir, der auch Schirmherr des Kongresses ist. Denn gerade die Dezentralität sei eines der wichtigsten Merkmale eines künftigen, aus erneuerbaren Quellen gespeisten Energiesystems: „Dezentrale Strukturen bergen beachtliche Potenziale für Energieeffizienz und Klimaschutz; sie holen mit den Erneuerbaren Energien Wertschöpfung in die Regionen und sorgen für eine breitere Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg.“

Die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen stellte Dr. Harry Lehmann, Leiter des Fachbereichs für Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien im Umweltbundesamt heraus. „Als zentrale Planungs- und Genehmigungsstelle vor Ort, als Eigentümer von Flächen und Liegenschaften und natürlich als Betreiber der bundesweit rund 900 Stadt- und Gemeindewerke sorgen die Kommunen für die entscheidenden Impulse in den Regionen, um Erneuerbare Energien und Energieeffizienz auszubauen und so den energiebedingten Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren“, so Lehmann. Insgesamt ist der Energiesektor für rund 85 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland verantwortlich.

Für entsprechend wichtig hält Minister Al-Wazir Fördermaßnahmen für die Kommunen: „Die Hessische Landesregierung unterstützt sie auch bei der Energieeffizienz durch Zuschüsse bei Investitionen wie der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude und der Umrüstung auf energiesparende LED-Straßenbeleuchtung. Wir lassen dieses Jahr über 25 Mio. Euro in Effizienz und Beratung fließen.“ 

Harry Lehmann pflichtete bei: „Gerade bei knappen kommunalen Kassen fehlen häufig die Mittel und das Know-how, um sich der komplexen und stetig fortentwickelnden Materie anzunehmen. Entsprechende Hilfestellung ist unverzichtbar. Auch die globalen klimapolitischen Weichen, die hoffentlich in Paris gestellt werden, müssen schließlich in den jeweiligen Regionen umgesetzt werden", so Lehmann mit Blick auf den Ende November beginnenden Weltklimagipfel.

Der Transfer von Wissen und Erfahrungen rund um die Energiewende in Städten, Gemeinden und Regionen steht im Mittelpunkt des heute eröffneten, zweitägigen Kongresses. In mehr als zwanzig Foren und Workshops werden Erfolgsbeispiele vorgestellt sowie neue Trends und Herausforderungen diskutiert. „Der Austausch untereinander ist essenziell für die regionalen Akteure", erklärt Dr.-Ing. Martin Hoppe-Kilpper, Geschäftsführer des Kongress-Veranstalters deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien. "Mehr als jede Theorie zeigen erfolgreiche Beispiele aus der Praxis, dass und wie das Engagement vor Ort gelingen kann", so Hoppe-Kilpper. Dies beweise auch das große Interesse am internationalen Side-Event zum Kongress, bei welchem sich mehr als 40 Kommunalvertreter, Wissenschaftler und Experten aus 13 Staaten zum Austausch treffen.

Weitere Informationen zum Kongress „100%-Erneuerbare-Energien-Regionen" finden Sie im Internet unter 100-ee-kongress.de.

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Ryotaro Kajimura
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