BP veröffentlicht Energy Outlook 2035

Das globale Wachstum der Weltwirtschaft erzeugt eine steigende Nachfrage nach Energie. Im Jahr 2035 benötige die Welt 34 Prozent mehr Energie als heute. Auch in zwanzig Jahren werden hauptsächlich fossile Energien diese Nachfrage stillen – ihr Anteil läge im Jahr 2025 bei 80 Prozent. Erneuerbare Energien hätten zum gleichen Zeitpunkt einen Anteil am weltweiten Energiemix von neun Prozent, also im Vergleich zu heute dreimal so viel. Diese Prognose hat der Mineralölkonzern BP im Februar 2016 in seinem Energy Outlook veröffentlicht. Darin untersucht BP langfristige Energietrends und entwickelt daraus Prognosen für die Weltenergiemärkte für die nächsten 20 Jahre.

Erneuerbare Energien wachsen schneller

Das BP-Szenario geht davon aus, dass Erneuerbare Energien künftig schneller wachsen werden als emissionsintensive Energieträger – ihnen wird ein jährliches Wachstum von 6,6 Prozent prognostiziert. Die Verwendung von Erdgas nähme bis 2035 um 1,8 Prozent pro Jahr zu, die von Öl um jährlich 0,9 Prozent. Nur der Wachstumsanstieg bei Kohle werde sich stark verlangsamen, so dass 2035 Erdgas anstelle von Kohle der zweitwichtigste Energieträger seien werde.

Bevölkerungswachstum steigert Nachfrage nach Energie

Angetrieben werde der Energiehunger laut BP vom Bevölkerungswachstum und von steigenden Einkommen. Bis 2035 wird ein Anstieg der Weltbevölkerung auf fast 8,8 Milliarden Menschen erwartet. Damit werden 1,5 Milliarden mehr Menschen Energie benötigen als heute. Gleichzeitig wird für denselben Betrachtungszeitraum mehr als eine Verdoppelung des globalen Bruttoinlandsproduktes prognostiziert.

Unterschiedliche Entwicklung der Energienachfrage in Schwellen- und Industriestaaten Das starke Wachstum in Schwellenländern wie China und Indien werde die Nachfrage nach Öl antreiben. Für die EU hingegen wird eine andere Entwicklung prognostiziert: Die Energienachfrage 2035 werde hier wieder auf dem Niveau von vor 50 Jahren liegen, obwohl die Wirtschaftsleistung dann um nahezu 150 Prozent größer sein werde.

Treibhausgasanstieg verlangsamt sich

Mit steigendem Energiehunger nähme auch die Belastung durch Treibhausgase zu. Im Jahr 2035 würden rund 20 Prozent mehr Kohlendioxid ausgestoßen als heute. BP prognostiziert bis 2035 einen Anstieg der CO2-Emissionen von 0,9 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: In den vergangenen 20 Jahren lag die jährliche Steigerungsrate doppelt so hoch. Der Ölkonzern geht heute also davon aus, dass sich der globale Treibhausgasausstoß erhöht, aber nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit. Die BP-Prognose führt diese Entwicklung zu fast gleichen Teilen auf Verbesserungen der Energieeffizienz und eine Reduzierung der CO2-intensiven Energieerzeugung zurück.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.

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