Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) veröffentlicht Impulspapier "Strom 2030"

impulspapier_800Während das Inkrafttreten des Pariser Klimaabkommens immer mehr Gestalt annimmt, geht es für die deutsche Regierung schon darum, wie die darin festgelegten Ziele auf nationaler Ebene umgesetzt werden können. Schon lange ist von Seiten der Bundesregierung geplant, dass im Jahr 2050 mindestens 80 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990. Für den Sektor Stromerzeugung bedeutet das konkret, dass bis dahin vier Fünftel des Stroms aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden soll. Bereits im Jahr 2030 soll die Hälfte des Stroms in der Bundesrepublik Deutschland aus regenerativen Energien stammen. In seinem gerade erschienenen Impulspapier "Strom 2030" macht das BMWi zwölf Trends und Herausforderungen für die Zukunft des Stromsektors aus.Die Punkte reichen dabei von der Verringerung des CO2-Ausstoßes durch einen sinkenden Einsatz fossiler Brennstoffe über eine Europäisierung der Strommärkte und einer effizienten Nutzung der Stromnetze bis hin zur Einführung intelligenter Messsysteme und Kommunikationsplattformen. Zusammenfassend geht es der Regierung darum, einen flexiblen und europäischen „Strommarkt 2.0“ herzustellen. Dabei sollen auch die Bürgerinnen und Bürger helfen: Bis zum 31. Oktober ist jeder aufgefordert, eine Stellungnahme zu den Plänen per Mail an strom2030@bmwi.bund.de zu senden.Von dieser Möglichkeit haben auch diverse Verbände der Energiewirtschaft bereits Gebrauch gemacht. Trotz grundsätzlicher Zustimmung zum Impulspapier zeigt sich der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) skeptisch. Für den Verband ist es beispielsweise nicht nachvollziehbar, warum die Energieeffizienz Vorrang vor dem Ausbau der Erneuerbaren Energien haben solle. Außerdem werden die vom BMWi aufgeführten Punkte zwar grundsätzlich begrüßt, allerdings verweist der BEE darauf, dass diese schon bekannt sind und keine neuen Impulse liefern. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht im Impulspapier „eine gute Gesprächsgrundlage für die notwendige Diskussion über weitere Maßnahmen“, kritisiert jedoch, dass nicht einmal die Frage gestellt werde, „wie ein künftiger Strommarkt aussehen muss, in dem die Erneuerbaren Energien mehr als 60 Prozent des Stroms erzeugen.“

Pascal Kimmich

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.