Vierter Monitoring-Bericht Energiewende

Das Bundeskabinett hat am 18. November 2015 den vierten Monitoring-Bericht zur Energiewende, den zweiten Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und die Energieeffizienzstrategie Gebäude verabschiedet. Der Monitoringbericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Energiewende. Aufgabe des Berichtes ist es, die Vielzahl der verfügbaren energiestatistischen Informationen zu verdichten und verständlich zu machen. Bereits realisierte Maßnahmen stehen in der Analyse, genauso wie die Frage, in welchen Bereichen zukünftig Anstrengungen erforderlich sind.

In der Berichterstattung über die Veröffentlichung konzentrieren sich viele Medien auf die Einschätzung der Expertenkommission. Denn die vier Wissenschaftler schlagen Alarm. Sie zweifeln daran, dass sich das zentrale Klimaziel der Bundesregierung, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, noch erreichen lässt. Gelingen könnte es nur, wenn der Treibhausgas-Ausstoß dreimal so schnell wie bisher gedrosselt würde. Spiegel Online hebt den Hinweis der Experten hervor, dass dafür geeignete Instrumente wie die steuerliche Abschreibung energetischer Gebäudesanierung nicht implementiert sind.

Zeit Online findet das Ergebnis des Monitoringberichts „peinlich“. Zwar ringe sich das Expertengremium zu der Aussage durch, die Energiewende komme „voran“. Allerdings überwiegen in der 19-seitigen Zusammenfassung des Berichts die kritischen Töne. Angesichts der vielen Defizite sehe die Kommission „umfassende Handlungsnotwendigkeiten“. „Vernichtend“ sei zum Beispiel, was die Experten zur Emissionsminderung im Verkehr mitzuteilen haben.

Durch die Berichterstattung der Süddeutschen bekommt der Leser den Eindruck, für die Bundesregierung komme diese Nachricht zu einer Unzeit. Kurz vor dem UN-Klimagipfel in Paris wollte Deutschland eigentlich auf eine gute Bilanz verweisen können. Zitiert wird außerdem Hubert Weiger, Chef des Umweltverbandes BUND: „Kurz vor der Konferenz ist das ein Armutszeugnis für die sogenannte Klimakanzlerin.“

 

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.