Energiekonzerne - quo vadis?

presseschau_teaser_400_270Mitte März 2015 stellte der Energiekonzern Eon seine Unternehmensbilanz 2014 vor und brachte Unruhe in die Aktionärsbetrieb: Der Energieriese muss für das vergangene Jahr einen Verlust von 3,16 Milliarden Euro verbuchen. Das ist der höchste Fehlbetrag seit der Gründung von Eon und eines börsennotierten Energieversorgers in Deutschland überhaupt. Nicolai Kwasniewski, Redakteur im Wirtschaftsressort von SPIEGEL ONLINE, sieht in der Wahl des Datums der Bilanzvorstellung – dem vierten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima – keinen Zufall: Das Datum trage dazu bei, die Argumentation zu stützen, der Atomausstieg und damit die Energiepolitik der Regierung sei schuld an der wirtschaftlichen Situation des Konzerns.

In einem Kommentar für das Online-Nachrichtenmagazin blickt Kwasniewski auf die bisherige Entwicklung der vier großen Energiekonzerne und attestiert ihnen eine „lange Reihe verheerender Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen“. Das Beharren auf alter Technik und der Unwille, auf Innovationen zu setzen, hätten nun zur wirtschaftlichen Schieflage geführt. Dass die Konzerne noch eine wirtschaftliche Zukunft haben, davon ist der Kommentar nicht überzeugt, malt er doch die negative Konsequenzen für den Steuerzahler aus, würden die Konzerne kollabieren: Sollten RWE, E.on, Vattenfall und EnBW tatsächlich zusammenbrechen, dann fehlt auch das Geld, um den Rückbau der Atomkraftwerke zu finanzieren. Stattdessen müssten Steuerzahler einspringen. Daran kann der Kommentar sogar noch eine positive Seite abgewinnen: „Allerdings lägen dann tatsächlich alle Kosten offen - anders, als wenn jeder der vier Konzerne nach und nach immer wieder gestützt werden müsste. Das wäre der Preis, den die Gesellschaft dafür zahlen müsste, die Energiewende sauber zu vollenden.“

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.