Svenja Schulze eröffnet bundesweites Zentrum KlimaAnpassung für die Beratung von Kommunen

Berlin, 7. Juli 2021 - Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat heute den Startschuss für ein neues Zentrum KlimaAnpassung gegeben. Von zentraler Stelle erhalten ab sofort Städte, Landkreise und Gemeinden kompetente Beratung für ihre eigenen Anstrengungen zur Klimaanpassung. Das Zentrum bündelt einschlägige Kompetenzen, Erfahrungen und Wissen, um mit lokalen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen individuelle Anpassungskonzepte zu entwickeln, breite öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen und alle betroffenen Akteure zu vernetzen sowie maßgeschneiderte Fortbildungsmöglichkeiten anzubieten. Das Zentrum KlimaAnpassung ist Teil des Drei-Punkte-Plans des BMU und der kommunalen Spitzenverbände zur Anpassung an den Klimawandel. An der Pressekonferenz zur Eröffnung nahm Professor Dr. Christoph Landscheidt, Vize-Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, für die kommunalen Spitzenverbände teil.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die wichtigste Vorsorge im Einsatz gegen den Klimawandel ist entschlossener Klimaschutz. Aber auch für die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels ist eine umfassende Vorsorge nötig. Die Folgen des Klimawandels treffen Städte, Landkreise und Gemeinden als Erstes. Das macht die Kommunen zu Schlüsselakteuren bei der Anpassung. Dabei ist jede Kommune anders betroffen. Eine Stadt erlebt immer häufiger Hochwasser, eine andere Gemeinde kämpft mit Wasserknappheit, und in der dritten leiden ältere Menschen unter der Hitze der Großstadt. Jede dieser Kommunen soll künftig die Klimaanpassung umsetzen, die zu ihr passt. Die Kolleginnen und Kollegen im Zentrum KlimaAnpassung weisen ab heute als „Lotsen“ den Weg in Richtung klimaangepasste Kommune. Kommunen profitieren doppelt, denn klimaangepasste Städte und Landkreise sind lebenswert: Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze lindern Hitze, bereichern die Artenvielfalt in der Stadt und steigern die Aufenthaltsqualität. Anpassung sichert die ökonomischen Grundlagen und ist ein Mehrwert für die Lebensqualität der gesamten Gesellschaft.“

Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig: „Engagierter Klimaschutz geht in den Städten Hand in Hand mit einer Anpassung an den Klimawandel, den wir bereits Tag für Tag erleben. Klimafolgen wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen sind nicht wegzureden und sind Realität. Vorsorge dagegen steht bei den Städten ganz oben auf der Tagesordnung. Dabei hilft ihnen zukünftig die qualifizierte Beratung durch das neu geschaffene Zentrum KlimaAnpassung. Neben einem offenen Austausch über gute Anpassungskonzepte brauchen die Kommunen stärkere finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder. Wir müssen zum Beispiel die Gebäude fit machen für den Klimawandel und noch mehr in den ÖPNV investieren.“

Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages und Landrat des Kreises Ostholstein: „Wir begrüßen es, dass der Bund ebenso wie beim Klimaschutz nun auch die kommunale Klimaanpassung durch ein bundesweites Beratungsangebot für die Landkreise, Städte und Gemeinden unterstützt. Die Auswirkungen und Herausforderungen des Klimawandels sind in den Landkreisen bereits spürbar, aber stellen sich bundesweit betrachtet sehr unterschiedlich dar. Die Landkreise sind daher die richtige Ebene, um angepasste Anpassungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Das neue Zentrum KlimaAnpassung kann hierbei beraten und unterstützen.“

Christoph Landscheidt, Vize-Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort: „Die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken für Bürgerinnen und Bürger, die öffentliche Infrastruktur, die Wirtschaft sowie für die Natur und Umwelt werden weiter ansteigen. Dies gilt sowohl für dichtbesiedelte Städten als auch für Gemeinden in ländlichen Räumen. Die Anpassung an den Klimawandel ist daher eine zentrale Zukunftsaufgabe der Kommunen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe bedarf es starker und handlungsfähiger Städte und Gemeinden. Neben der wichtigen Förderung von kommunalen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen, etwa im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI), besteht auch ein Bedarf an Beratung, konzeptioneller Unterstützung und Vernetzung. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt daher die Einrichtung des neuen Zentrums KlimaAnpassung als wichtigen Baustein einer gemeinsamen Klimaanpassungsstrategie von Bund, Ländern und Kommunen.“

Im März 2021 hatten die Bundesumweltministerin und die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände einen schnell wirksamen Drei-Punkte-Plan zur Anpassung an den Klimawandel vereinbart. Ein wesentliches Element ist das heute gestartete bundesweite Zentrum KlimaAnpassung für Kommunen. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung hat das Konsortium Difu/adelphi den Zuschlag für den Aufbau und den Betrieb des Zentrums KlimaAnpassung vorerst bis 2024 erhalten. Das Zentrum unterstützt deutschlandweit Kommunen und soziale Einrichtungen mit praxisorientierten Beratungen, Förderinformationen, bewährten Praxisbeispielen, Fortbildungen und Formaten zum Kontakt- und Erfahrungsaustausch rund um das Thema Klimaanpassung. Über die telefonische Hotline 030 390 01 201 sowie virtuelle Beratungstermine, die über die Website des Zentrums für Klimaanpassung buchbar sind, stehen eine Reihe von Fachexpertinnen und Fachexperten mit Praxiswissen zur Verfügung. Konkrete Fragestellungen zu den verschiedenen Aspekten der Klimaanpassung können an die Email-Adresse des Zentrums unter beratung@zentrum-klimaanpassung.de gerichtet werden.

Neben Kommunen richtet sich das Zentrum KlimaAnpassung auch an soziale Einrichtungen. Denn bei der lokalen Klimaanpassung kommen sehr oft kleinere Vereine, Initiativen, Interessengruppen oder Stiftungen wie Obdachlosenheime, Frauenhäuser oder Nachbarschaftszentren ins Spiel. Den großen Bedarf aber auch das besondere Potential bei diesen Organisationen hat die Erfahrung mit dem Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ gezeigt. Rund die Hälfte der eingegangenen ersten 600 Anträge wurden durch diese Einrichtungen gestellt, mit einem Fördervolumen von rund 50 Millionen Euro.

Das zweite Element des Drei-Punkte-Plans ist der Aufbau von lokalem, nachhaltigem Anpassungsmanagement über das BMU-Förderprogramm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“. In vielen Fällen wird dies über lokale Anpassungsmanager und Anpassungsmanagerinnen geschehen, die die Umsetzung der Anpassungskonzepte in der Praxis begleiten und lokale Anpassungsstrategien konsequent auf Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaverträglichkeit ausrichten. Ab Mitte 2021 sollen die ersten Ausschreibungen laufen.

Drittens werden besonders innovative Projekte der Klimaanpassung über den Wettbewerb „Blauer Kompass“ ausgezeichnet. Künftig werden Kommunen in einer eigenen Wettbewerbskategorie teilnehmen. Ziel ist es, die besten Projekte bundesweit sichtbar zu machen, andere Kommunen in Deutschland zu inspirieren und damit künftig noch mehr innovative Klimaanpassungsprojekte zu entwickeln. Bis Sommer 2021 wird das Wettbewerbsbüro seine Arbeit aufnehmen.

Weiterführende Informationen
www.zentrum-klimaanpassung.de

Förderprogramm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimaawandel“:
www.z-u-g.org/aufgaben/foerderung-von-massnahmen-zur-anpassung-an-den-klimawandel/

Förderprogramm „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“:
www.z-u-g.org/aufgaben/klimaanpassung-in-sozialen-einrichtungen/

Pressekontakt
Regine Zylka
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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