2020-Klimaschutzziele werden verfehlt

kohleDer Klimaschutz in Deutschland reicht nicht aus, um die selbst gesteckten Ziele für 2020 zu erreichen. Das geht aus einem Entwurf des Klimaschutzberichts der Bundesregierung hervor, über den im November 2016 vorab in verschiedenen Medien berichtet wurde. Wie die dpa darstellt, hapere es bei der Umsetzung des 2014 beschlossenen Aktionsprogramms, das die damals schon sichtbare Lücke zur Zielerreichung schließen sollte. Einer aktuellen Studie des Instituts IZES im Auftrag von BUND, Greenpeace, Klima-Allianz Deutschland, Oxfam und WWF kommt zum gleichen Ergebnis: Um im Jahr 2020 schon 40 Prozent Treibhausgase weniger auszustoßen als noch 1990, müssten im Mittel 45 Millionen, im schlechtesten Fall bis zu 82 Millionen Tonnen Treibhausgase zusätzlich zu bereits eingeleiteten Maßnahmen eingespart werden. Die immer noch klaffende Klimaschutzlücke entspricht mindestens den jährlichen Emissionen der zwölf ältesten Braunkohleblöcke in Deutschland. „Kurzfristig wirksam wäre allein, noch vor 2020 ein Vielfaches mehr an Kohlekraftwerken abzuschalten als bislang vorgesehen“, sagte BUND-Energieexpertin Tina Löffelsend gegenüber dem Tagesspiegel: Die Verbände fordern daher von der Bundesregierung, bis 2020 zusätzliche Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen.

Auch wenn die von der Bundesregierung 2014 beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen noch nicht ausreichen, um die Klimaschutzziele für 2020 zu erreichen, sind sie aber doch wirkungsvoll, zusätzliches Wirtschaftswachstum und neue Jobs zu schaffen. Das Bundesumweltministerium veröffentlichte im November 2016 eine Studie von PricewaterhouseCoopers, die aufzeigt, dass der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten der Maßnahmen deutlich übersteigt. Demnach wirke das Klima-Aktionsprogramm wie ein Konjunkturpaket. Die ausgelösten Investitionen führten zur Einsparung von Energiekosten, zu mehr einheimischer Wertschöpfung und zu zusätzlicher Beschäftigung. Insgesamt brächten die beschlossenen Maßnahmen laut Studie ein zusätzliches Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von etwa einem Prozent hervor. Die Beschäftigungswirkung beziffert die Studie mit knapp 430.000 zusätzlichen Beschäftigten im Jahr 2020.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.