Stromsparer zahlen mehr

RT_Stromleitungen_power-poles_pixabayDie soziale Frage ebenso wie regionale Unterschiede rücken in den Fokus der Medien. So berichtet die Ostsee-Zeitung von den in Mecklenburg-Vorpommern „besonders hohen“ Netzentgelten und von Forderungen nach einer „gerechteren Verteilung“ der Entgelte, die dort quer durch die Parteien erhoben werden. Unter der Überschrift „Wer wenig Strom verbraucht, zahlt mehr“ setzt sich der Tagesspiegel aus Berlin kritisch mit der Praxis von Netzbetreibern auseinander, die Grundgebühr immer weiter zu erhöhen, während der Arbeitspreis pro Kilowattstunde stabil bleibt. Unter Berufung auf Bundesnetzagentur und Netzbetreiber sieht das Blatt in der zunehmenden Eigenstromerzeugung mit Photovoltaik einen maßgeblichen Grund für die deutlich angestiegenen Grundgebühren.

Ein wesentlicher Faktor der Netzentgelte sind indes die gesetzlich geregelten Gewinnmargen der Netzbetreiber. Zwar hat die Bundesnetzagentur eine Kürzung der Netzrenditen beschlossen, doch diese gilt  erst ab der nächsten Regulierungsperiode, die für Stromnetzbetreiber im Jahr 2019 beginnt und fünf Jahre dauert. Ab 2019 sollen Netzrenditen von derzeit 9,05 Prozent auf 6,91 Prozent für Neuanlagen und von 7,14 Prozent auf 5,12 Prozent für Altanlagen sinken.

Laut Einschätzung von Agora Energiewende können in den Stromnetzen mit relativ einfachen Maßnahmen Ersparnisse von einigen hundert Millionen Euro jährlich erreicht werden, wie energate messenger berichtet. Zu den Sofortmaßnahmen zählt Agora in einem aktuellen Impulspapier unter anderem die Temperaturüberwachung von Höchstspannungsleitungen. Dadurch lässt sich deren Transportkapazität an windreichen Tagen erhöhen. Ziel solcher Maßnahmen ist eine höhere Aufnahmebereitschaft der Netze für Strom aus Erneuerbaren Energien. Die nächste Bundesregierung sollte schnell tätig werden, mahnt Agora.

- Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht. -