Alternative Verlaufspläne für Nord-Süd-Stromtrassen

Der Netzausbau ist eines der zentralen Themen der Energieversorgung. Um auch zukünftig in ganz Deutschland eine zuverlässige Stromversorgung sicher zu stellen, plant die Regierung neue Stromleitungen. Konkret sollen drei neue Höchstpannungsleitungen spätestens im Jahr 2025 große Mengen Strom von Nord- nach Süddeutschland transportieren. Nach monatelangen Bürgerprotesten veröffentlichten die Netzbetreiber Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW im September und Oktober 2016 alternative Vorschläge für die Trassenführung. Der Plan sieht vor, die Kabel über weite Strecken unterirdisch zu verlegen, anstatt neue Strommasten aufzubauen. Der genaue Verlauf muss nun noch von der Bundesnetzagentur geprüft und mit politischen Vertretern und den betroffenen Bürgern beraten werden. Danach soll der Bundesregierung ein Bauantrag zugehen.
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) geht in einem ausführlichen Artikel genauer auf die möglichen Folgen für das eigene Verbreitungsgebiet ein und beschränkt sich demzufolge auf die Südlink-Trasse der Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW. So werden die beiden Korridore der Trasse gezeigt und die Größe der entstehenden Baustellen detailliert dargestellt. Auf eine Bewertung der Streitigkeiten verzichtet die HAZ. Anders sieht das bei focus.de aus, wo Horst Seehofer als Gewinner im Kampf gegen die „Monstertrassen“ Südlink und Südostlink, welche beide in Bayern enden, beschrieben wird. Darüber hinaus weist die Onlinezeitung darauf hin, dass Umweltschutzorganisationen wie der BUND sich für einen dezentralen Ausbau der Energieversorgung aussprechen und daher den Neubau großer Stromtrassen generell ablehnen.
Die westlichste der geplanten Trassen nimmt das Handelsblatt in den Fokus und erläutert die Pläne des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, der seine Leitungen von Emden in Niedersachsen bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg verlegen will. Auch wenn genaue Verlaufsplanungen noch nicht vorliegen, sei sich der Betreiber sicher, das Projekt im Jahr 2025 fertig stellen zu können. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist dem im Beitrag zitierten Projektmanager dabei besonders wichtig. Er weist jedoch darauf hin, dass die Erdverkabelung am Ende drei- bis viermal so teuer werde, als die ursprünglichen Pläne.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.