Über gute Vorsätze

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Das Jahr ist noch jung – doch viele gute Vorsätze sehen schon wieder alt aus. Der Januar ist berüchtigt dafür, dass Fastengelübde gebrochen, Zigaretten verstohlen geraucht und zerknirscht Laufschuhe im Schrank stehen gelassen werden. Motivationstrainer warnen daher: Ein guter Vorsatz ist noch lange kein erfolgsversprechendes Vorhaben – ohne konkrete Ziel- und Zeitvorgaben liegt das Scheitern allzu nah. Ihre Lektion Nr. 1: Einen Plan aufstellen. Was soll konkret erreicht werden? Und bis wann?

Pläne helfen, Ziele zu formulieren. Bei komplexeren Zusammenhängen braucht es mitunter gar einen Masterplan. Ein Beispiel aus der Energiepolitik: Um die Energiewende systematisch zu gestalten und zum Erfolg zu bringen, setzen setzt sich das Bundeswirtschaftsministerium einen „nachvollziehbaren Zeitplan für die Bewältigung der zentralen Handlungsfelder und anstehenden Aufgaben“. Auf der Webseite des Ministeriums heißt es weiter, nur so schafften wir „eine planvolle und transparente Energiepolitik“.

Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage kennen sechs von zehn Deutschen das Problem des Scheiterns guter Vorsätze, weil die Motivation mit der Zeit nachlässt. Je langwieriger und komplexer ein Projekt ist, fällt es sogar umso schwerer, überhaupt einen Plan zu fassen. Noch ein aktuelles Beispiel aus der Energiepolitik: Der lautgewordenen Forderung nach einem Konzept für den Kohleausstieg hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel jüngst eine Absage erteilt. Genossin Hannelore Kraft scheint gar vergessen zu haben, dass sie selbst bereits 2012 einen „Masterplan Energiewende“ gefordert hatte. Jedenfalls wenn es um das Ende der Braunkohle geht, will sie von Plänen nichts mehr wissen. Ihre Argumentation: „Wie soll man jetzt eine Planung entwickeln, wenn man noch gar nicht weiß, wann welche Speicherkapazitäten [für Ökostrom] in welchem Umfang und zu welchen Kosten zur Verfügung stehen?“

Motivationstrainer kennen das. Viele ihrer Schützlinge wissen um die Notwendigkeit eines konkreten Konzeptes und wundern sich dann doch, wie es möglich sein soll, Ernährung und sportliche Aktivitäten gleichzeitig zu planen. Also zurück zur Lektion Nr. 1: Einen Plan aufstellen. Was soll konkret erreicht werden? Und bis wann? Wer abnehmen will, muss Kalorienbomben meiden. Wer Treibhausgase einsparen will, muss an die Klimakiller ran. Wenn wir unsere Klimaziele ernst nehmen und das in Paris unter Tränen und Jubel entstandene Dekarbonisierungsgelübde einhalten wollen, müssen wir vor allem die eigenen klugen Vorgaben beherzigen: „ Um die Energiewende systematisch zu gestalten und zum Erfolg zu bringen, setzen wir uns einen nachvollziehbaren Zeitplan für die Bewältigung der zentralen Handlungsfelder und anstehenden Aufgaben. Nur so schaffen wir eine planvolle und transparente Energiepolitik.“

Der monatliche Kurzschluss erscheint im Renews, dem montlichen Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien. Er behandelt stets ein Thema der aktuellen energiepolitischen Debatte - mit Augenzwinkern.

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