Obama gibt Trump Nachhilfe in Klima- und Energiepolitik

JANUS-Tete-à-Tete_Karl-Ludwig_Poggemann_flickr.comDie US-Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren deutlich energieeffizienter und treibhausgasarmer geworden. Seit dem Amtsantritt von Barack Obama 2008 ist der Ausstoß von Treibhausgasen in den Vereinigten Staaten um 9,5 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft um mehr als 10 Prozent. Immer mehr Energieversorger in den USA stellen von Kohlekraftwerken auf Gas um, so dass der Anteil letzteren an der Stromerzeugung zuletzt auf ein Drittel gestiegen ist. Angesichts der Marktlage und kontroverser Pläne der Regierung unter Donald Trump, den Anteil der Kohleverstromung in den USA wieder zu erhöhen, äußerte sich der ehemalige Präsident Barack Obama pragmatisch: "Weil die Kosten der Stromerzeugung mit Erdgas nach den Prognosen im Vergleich zu Kohle niedrig bleiben werden, ist es unwahrscheinlich, dass die Stromkonzerne umsteuern und teurere Kohlekraftwerke bauen", argumentiert Obama in einem Artikel des Wissenschaftsmagazins Science.

Von großer Bedeutung seien nach Auffassung des 44. US-Präsidenten auch die gemeinschaftlichen globalen Ambitionen, eine Energieversorgung basierend auf erneuerbaren Quellen voranzutreiben. Als einen Meilenstein bezeichnete Obama die Verhandlungen des Pariser Klimavertrags von 2015. Ein weiterer Grund für den Ausbau Erneuerbarer Energien in den USA waren die stark sinkenden Kosten für Technologien zur Wind- und Sonnenenergiegewinnung. Ein Trend, der sich weltweit abzeichnet. Stark sinkende Materialkosten, vor allem im Photovoltaik-Sektor, ließen die Investitionen für Erneuerbare Energien 2015 doppelt so hoch werden wie für fossile Brennstoffe. Weltweit zeichnen sich Marktentwicklungen ab, die auf eine fortschreitende Transformation des Energiesektors hindeuten. So beschloss die chinesische Regierung zu Beginn des Jahres bis 2020 mindestens 360 Milliarden Dollar in Erneuerbare Energien zu investieren. Diese Informationen gehen aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung hervor.

Trotz der Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten und der Einstellung der vorherigen US-Regierung zu Klimaschutz und Energiewende, bleibt abzuwarten welche Richtung die neue Regierung einschlagen wird. Die bisherigen Äußerungen und die Vergabe von Führungspositionen der US-Regierung lassen laut der Süddeutschen Zeitung begründete Zweifel daran aufkommen, ob die Republikaner an den Visionen der Demokraten anknüpfen werden.

Bildquelle:  JANUS-Tête-à-Tête ©Karl-Ludwig Poggemann @flickr.com (CC BY 2.0)

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.