100 Prozent Erneuerbare Energie für alle bis 2050 möglich

climate_keoni_cabralLaut eines Greenpeace-Berichts sei es möglich, dass Erneuerbare Energien bis 2050 den weltweiten Energiebedarf komplett abdecken.

Die größte Frage beim UN-Klimagipfel in Paris Ende November bezieht sich darauf, ob sich die Länder auf ein neues Abkommen mit verbindlichen Zielen zur Senkung der Treibhausgasemissionen einigen werden. In ihrem 2015 veröffentlichten Bericht „Energy [R]evolution“ stellt die internationale Umweltschutzorganisation Greenpeace heraus, eine solche Vereinbarung sei die Voraussetzung für eine vollständige Umsetzung der globalen Energieversorgung auf Erneuerbare Energien bis 2050. Die Energiewende befinde sich laut der Studie auf dem richtigen Weg (2014 basierten z.B. 60 Prozent der weltweit neu installierten Stromerzeugungsanlagen auf regenerativen Energiequellen), sollte aber schneller voranschreiten, wenn dieses Szenario realisiert werden soll. Demnach müsse der Anteil Erneuerbarer Energien 2030 bei 42 Prozent, 2040 bei 72 Prozent und 2050 bei 100 Prozent liegen.

Weltweit sollte sich im Stromsektor der Anteil Erneuerbarer Energien in den nächsten 15 Jahren auf 64 Prozent verdreifachen. Auch bei der Wärmeerzeugung gehe es darum, dass regenerative allmählich die fossilen Energieträger bis 2050 ersetzten. Sowohl im Wärme- als auch im Transportsektor seien noch viele Investitionen und weitere Forschung notwendig, um die Rolle Erneuerbarer Energien wesentlich zu erhöhen.

Ausbau Erneuerbarer Energien zahlt sich aus

Der Bericht schreibt einen graduellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern vor – aus Braunkohle bis 2035, aus Steinkohle bis 2045, danach kämen Öl und endlich Gas bis 2050. Dadurch würden die CO2-Emissionen bis auf 0 gesenkt werden. Außerdem sei die so entstandene Kosteneinsparung (etwa 1,07 Billionen US-Dollar pro Jahr) ausreichend, die Umstellung auf Erneuerbare Energien zu tragen. Diese werden auf etwa eine Billion US-Dollar jährlich beziffert.  

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, der verstärkte Ausbau Erneuerbarer Energien werde zudem zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. 2030 würden in diesem Sektor insgesamt etwa 48 Millionen Menschen beschäftigt sein und damit rund 87 Prozent der Arbeitsplätze im Energiesektor ausmachen. In der Solarenergie-Branche würden dann so viele Leute beschäftig sein wie im Moment in der Kohlenindustrie.

Notwendige Maßnahmen

Neben einem verbindlichen globalen Klimaabkommen sei es weiterhin essentiell, dass faire Wettbewerbsbedingungen für Erneuerbare Energien geschaffen und Subventionen für fossile Energieträger zurückgefahren würden. Greenpeace stützt sich auf Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) und zählt auf, dass im Moment das Gros staatlicher Subventionen, nämlich  550 Milliarden US-Dollar jährlich, auf fossile Energieträger falle.

Bildquelle:© Keoni Cabral @flickr.com / CC BY 2.0

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.

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