Neuer REN 21-Bericht untermauert globales Wachstum der Erneuerbaren

Erneuerbare-Energien-Anlagen werden nicht nur in großen Industrie- und Schwellenländern, sondern zunehmend auch in kleineren Entwicklungsländern attraktiv. Das zeigt der jüngste Jahresbericht des Erneuerbaren-Netzwerks REN21.

UNECE_REN_2017_Titel_jun17In Relation zur Wirtschaftskraft sind nämlich nicht China, Deutschland oder die USA führend bei den Investitionen in saubere Energietechnologie, sondern andere Länder: Gemessen am Bruttoinlandsprodukt war 2016 Bolivien Weltmeister, wenn es um Investitionen in Strom- und Kraftstoffkapazitäten auf Basis Erneuerbarer Energien ging. Der Senegal, Jordanien und Honduras folgten auf den weiteren Plätzen, wie aus dem REN21-Bericht hervorgeht. Während sich im Senegal und in Jordanien viel in Sachen Solarstrom tat, stieg Bolivien in die Nutzung der Windkraft ein. Honduras deckte mit Solarstrom bereits rund 10 Prozent seines Strombedarfs. Jordanien unternahm zudem umfangreiche Netz-Investitionen zum Transport von Strom aus Erneuerbaren Energien.

Der Bericht stellt eine Fortschreibung von Megatrends fest, so das global weitere dynamische Wachstum der Erneuerbaren. Mit 161 Gigawatt (GW) wurde 2016 so viel Leistung zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien neu installiert wie nie zuvor. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies ein Plus von 9 Prozent. Zugleich überstieg die neu installierte Kapazität damit den Zubau an Leistung fossil befeuerter Kraftwerke zur Stromerzeugung.

Den größten Anteil am Zubau installierter Leistung hatte 2016 mit 47 Prozent der Solarstrom, gefolgt von der Windenergie mit 34 Prozent. Triebfeder für das Wachstum der Erneuerbaren waren sinkende Kosten ebenso wie ein steigender Energiebedarf und gezielte politische Fördermaßnahmen. Insbesondere Solar- und Windenergie sind in den letzten Jahren deutlich günstiger und damit wettbewerbsfähig geworden. Insgesamt steuerten die Erneuerbaren 2016 ein Viertel des globalen Strombedarfs bei. Ihr Anteil an der Deckung des weltweiten Endenergiebedarfs erreichte 19 Prozent, wovon allerdings knapp die Hälfte auf traditionelle Biomassenutzungen entfällt.

Der REN21-Bericht macht zugleich deutlich: Die Erfolge der letzten Jahre reichen nicht aus, um die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten. So muss sich das Ausbautempo weiter beschleunigen, und die Energiewende muss endlich auch im Wärme- und Verkehrssektor starten. Ungeachtet dieser Notwendigkeit konzentrieren sich politische Fördermaßnahmen derzeit weiterhin auf den Stromsektor.

Ein schweres Hemmnis für die Entwicklung der Erneuerbaren sind die staatlichen Subventionen für fossile Brennstoffe, die trotz des Preisverfalls für Erdöl und Co. weiterhin gezahlt werden - und zwar nicht zuletzt in Entwicklungs- und Schwellenländern. Auch eines der zuletzt vorbildlichen Länder beim Ausbau der Erneuerbaren rangiert hier relativ weit oben: So zahlte Bolivien laut Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) pro Jahr mehr als 1,2 Mrd. Euro an fossilen Subventionen, davon rund 1,1 Mrd. Euro für Erdöl. Nicht in der Statistik aufgenommen sind indirekt vom Staat gewährte Vorteile wie sie z.B. durch Steuererleichterungen für fossile Kraftstoffe in Deutschland wirken.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.

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