EEG-Umlage 2017 steigt auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde

stecker_geld Nach Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber und Festlegung der Bundesnetzagentur beträgt die EEG-Umlage im kommenden Jahr 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Damit steigt die Umlagehöhe im Vergleich zum Jahr 2016 um 8,3 Prozent. Die EEG-Umlage ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt und ist eine Komponente des Strompreises. Wer Ökostrom produziert, bekommt eine gesetzlich festgelegte Vergütung – die Differenz zwischen Börsenerlös und Vergütung wird über die EEG-Umlage ausgeglichen. Mit der Umlage zahlen Stromkunden allerdings nicht nur die Förderung von Erneuerbare-Energien-Stromanlagen, sondern u.a. auch, dass energieintensive Industrieunternehmen von diesen Zahlungen (teil-)befreit sind.

Zur Einordnung:

Die EEG-Umlage 2017 macht 0,7 Prozent der Konsumausgaben deutscher Haushalte aus. Ob sich die steigende Umlage auf der Abrechnung von Stromkunden niederschlägt, hängt auch vom Börsenstrompreis ab. Die Summe aus der Umlage und dem Preis, der an der Strombörse für die Elektrizität bezahlt werden muss, ist in den vergangenen fünf Jahren leicht gesunken, weil der Börsenstrompreis – vor allem durch den Zuwachs beim Ökostrom – stärker zurückging, als die EEG-Umlage gestiegen ist. Wenn Stromanbieter also nicht nur die EEG-Umlage, sondern auch den Rückgang des Börsenstrompreises an ihre Kunden weitergeben, gleichen sich beide Summanden aus und geben dem Stromanbieter eigentlich keinen Anlass, den Preis zu erhöhen.

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Weiterhin hat eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien im September 2016 ergeben, dass der zu schulternde Beitrag für eine große Mehrheit der Stromverbraucher in Ordnung geht: So halten 60 Prozent der Befragten eine EEG-Umlage in Höhe von 21 Euro für „angemessen“ oder „zu niedrig“, lediglich 36 Prozent hingegen für „zu hoch“. Ein monatlicher Beitrag in dieser Höhe entspricht einem Wert von rund 7 Cent pro Kilowattstunde (kWh) bei einem für einen Dreipersonenhaushalt typischen jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh.

Reaktionen auf EEG-Umlage 2016

Bei Bekanntgabe der EEG-Umlage 2017 erklärte die Bundesnetzagentur, der Anstieg ergäbe sich aus den Zubau Erneuerbarer Energien und dem weiteren Rückgang der Großhandelsstrompreise. Wie u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet, bezeichnete Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), diese Entwicklung als „Alarmsignal“. Er mahnt, das jetzige Fördersystem laufe aus dem Ruder. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) erklärt den Anstieg der Umlage indes auch mit einer erweiterten Entlastung energieintensiver Industrieunternehmen. Der Dachverband schlägt daher vor, die Industrieprivilegien der Besonderen Ausgleichsregelung über den Bundeshaushalt zu finanzieren. Zusätzlich plädiert der BEE für systemische Korrekturen der Umlagen und Abgaben im Strombereich: Er fordert eine CO2-Bepreisung sowie eine Abschaffung der Stromsteuer.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.