Diskussion um EEG-Reform verunsichert Energiegenossenschaften

presseschau_teaser_400_270Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat zu erheblicher Verunsicherung bei den Energiegenossenschaften geführt. Fast jede dritte wird in diesem Jahr keine Investitionen vornehmen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren lediglich acht Prozent ohne Investitionsplan. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands e.V. (DGRV). Obwohl im Koalitionsvertrag mehr Bürgerbeteiligung versprochen wurde, werde die Aktivität von Energiegenossenschaften nun deutlich eingeschränkt, so das Fazit des DGRV.

Im Gespräch mit dem Fachmagazin „Erneuerbare Energien“ äußert DGRV-Chef Eckhard Ott insbesondere Bedenken gegenüber der Direktvermarktung von Strom. „Die verpflichtende Direktvermarktung wird dazu führen, dass die Energiegenossenschaften gezwungen sind, ihren Strom entweder selbst zu vermarkten oder das einem externen Dienstleister zu überlassen“, erklärt Ott. Die direkte Vermarktung sei allerdings an Pflichten gebunden, die gerade für Energiegenossenschaften, die in der Regel von ehrenamtlichen Vorständen geführt werden, eine zu hohe Herausforderung seien. Deshalb würden viele Energiegenossenschaften auf die externen Dienstleister zurückgreifen müssen. Das erhöhe die Kosten für die Genossenschaft. Auch gegenüber den geplanten Ausschreibungsmodellen herrscht Skepsis: Es sei zu erwarten, dass es kleine bis mittlere Akteure schwer haben würden, an den Ausschreibungen teilzunehmen. Der Verband fordert deshalb, dass Ausschreibungen so gestaltet werden, dass Energiegenossenschaften nicht aus dem Markt verdrängt werden.