Ausschreibungen für Erneuerbare immer stärker überzeichnet

Erneuerbaren-Branche fordert ein Nachsteuern beim Ausschreibungsdesign 

Die von der Bundesnetzagentur für Solarenergieanlagen ausgeschriebenen Mengen werden immer stärker nachgefragt. Bei der im Oktober abgeschlossenen Runde standen Gebote über 754 Megawatt (MW) einer Angebotsmenge von abermals nur 200 MW gegenüber. Es war die dritte und letzte Ausschreibung über Solarparks in diesem Jahr. Erstmals fiel die Durchschnittsvergütung für die Parks mit 4,91 Cent/kWh mengengewichtet unter die Marke von 5 Cent/kWh. Im Februar und Juni waren die Produktionsrechte im Durchschnitt zu 6,58 Cent/kWh bzw. 5,66 Cent/kWh vergeben worden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) rief angesichts der jüngsten Ergebnisse dazu auf, die Bremsen für den Solarenergie-Ausbau zu lösen. Nach dem Preisrutsch gebe es keinen Grund mehr, den Ausbau weiter zu deckeln. Ohne eine Vervielfachung des Solarenergie-Ausbaupfads rücke das Klimaziel in immer weitere Ferne.

Mit Spannung wird nun das Ergebnis der letzten Windkraft-Ausschreibung erwartet, für die noch bis 2. November Gebote abgegeben werden können, und zwar nach den alten Bedingungen mit sämtlichen Ausnahmen für Bürgerenergie-Projekte. Die beiden bisherigen Ausschreibungen waren von starkem Preisdruck und von der Diskussion um die Zuschläge für Bürgerenergie-Projekte geprägt gewesen. Der Bundestag reagierte: Ab 2018 müssen auch Bürgerenergie-Projekte eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Beteiligung an der Ausschreibung vorlegen. Doch werden die EEG-Ausschreibungen auch in der neuen Legislaturperiode eine Baustelle bleiben. So fordert der Bundesverband Windenergie (BWE) von der Bundesnetzagentur, den Höchstpreis für die Ausschreibung für 2018 neu festsetzen, da die fehlerhafte Regelung der Bürgerenergie spekulative Gebote auf eine heute noch nicht in Genehmigungen abgebildete Anlagentechnologie bewirke. In der August-Ausschreibung waren die Zuschläge für die Windkraftprojekte im Mittel auf 4,28 Cent/kWh eingebrochen, nach 5,71 Cent/kWh im Mai.


- Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht. -