Was uns die Umlage sagt

Im Schatten des an Energiethemen eher armen Bundestagswahlkampfes veröffentlichte die Denkfabrik Agora Energiewende am 21.September eine erste Prognose zur EEG-Umlage 2018. Demnach sei ein Rückgang von derzeit 6,88 auf künftig 6,74 Cent je Kilowattstunde zu erwarten. In den Medien stieß die Prognose auf gemischte Resonanz.

Das manager magazin betont das absehbare Ende der Umlage-Steigerungen. Nach Agora-Angaben sei nach 2019 nur noch mit leichten Anstiegen der von den Verbrauchern getragenen Förderkosten für Erneuerbare Energien zu rechnen. Ab 2023 würde die Umlage dann kontinuierlich sinken. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien sei dank der stark gesunkenen Kosten heute viel billiger als noch vor einigen Jahren angenommen.

Das Handelsblatt hingegen hält die Aussicht auf die sinkende Umlage für unerheblich für die Entwicklung von Strompreisen und Energiewendekosten. Es seien die Netzentgelte, die aufgrund zunehmender Einspeisung von Erneuerbaren Energien zum Kostentreiber würden. Die gesunkenen Kosten für Solar- und Windstrom seien nur „die halbe Wahrheit“. Autor Klaus Stratmann fordert: „Wer künftig ein Windrad betreibt, muss sicherstellen, dass er zu jeder Zeit Strom liefern kann. Er muss sich also für Zeiten einer Windflaute gesicherte Kraftwerksleistung beschaffen.“

Der Umweltingenieur Uwe Nestle bezweifelt in seinem Gastbeitrag für klimaretter.info grundsätzlich, dass die EEG-Umlage als Indikator für die Kosteneffizienz des Ökostrom-Ausbaus herangezogen werden kann. Die Höhe der EEG-Umlage sei von zu vielen Faktoren abhängig, die mit dem aktuellen Ausbau der Erneuerbaren Energien nichts zu tun hätten. Vielmehr sei es nötig, die sogenannten EEG-Jahrgangsvergütungen zu betrachten, also die durchschnittlichen Vergütungen aller EEG-Anlagen, die in einem Kalenderjahr ans Netz gegangen sind. Diese sei dank der stark gefallenen Wind- und PV-Kosten bereits 2014 unter die Marke von 12 Cent je Kilowattstunde gefallen. Damit sei der Zielwert, den sich die Bundesregierung mit der EEG-Reform 2014 gesetzt hatte, bereits erreicht gewesen, noch bevor die Gesetzesnovelle überhaupt wirken konnte. Stattdessen habe man die Höhe der EEG-Umlage als Begründung für Reformen herangezogen, die weder der Kosteneffizienz noch dem Klimaschutz zuträglich seien, kritisiert Nestle.

Den tatsächlichen Betrag der EEG-Umlage 2018 werden die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland am 15. Oktober bekanntgeben.

- Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht. - 

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