Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

kurzschlussteaser_250Hop oder top, Gehen oder Bleiben, Meer oder Berge – das Leben scheint von Dualismen geprägt und oft geht es außerhalb des Ponyhofes darum, sich zwischen zwei Optionen entscheiden zu müssen. Abgesehen von der unschlagbaren Kombination von surf and turf gibt es nicht viele Erfolgsbeispiele, bei denen die Verbindung scheinbarer Gegensätze zufriedenstellend gelungen ist. Auch bei der biblischen Weisheit ‚Reden ist Silber, Schweigen ist Gold‘ scheint man am Ende des Tages nicht beides in der Tasche klimpern lassen zu können, wie ein jüngster Vorfall zeigt:

Der renommierte Wissenschaftler Wei-hock Soon vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, das an der US-Eliteuniversität Harvard angesiedelt ist, scheint mit seiner Strategie, sowohl Silber als auch Gold einstreichen zu wollen, gescheitert. Soons Forschungen zeigen auf, dass nicht der Mensch für Klimaveränderungen verantwortlich sei, sondern vor allem der Einfluss der Sonne. Doch jetzt wurde bekannt, dass der Astrophysiker, auf den sich weltweit die Leugner des menschengemachten Klimawandels berufen, jahrelang heimlich für seine Arbeit von der Kohle- und Öllobby finanziert worden ist. Für seine klimawandelskeptischen Forschungen soll Soon seit 2008 insgesamt etwa 1,2 Millionen Dollar u.a. von Exxon Mobil, dem Kohlegiganten Southern Company und Koch Industries erhalten haben, ohne allerdings bei mindestens elf Studien die Finanzierung durch die fossile Industrie angegeben zu haben. Auf der einen Seite hat er also lautstark über die Sonne als eigentliche Ursache von Klimaveränderungen geredet, auf der anderen Seite allerdings zu den Geldgebern seiner Arbeiten sorgsam geschwiegen. Durch diesen Versuch, Silber und auch Gold zu kombinieren, wackelt einer der wichtigsten wissenschaftlichen Kronzeugen der Klimaleugner. Ein Vorfall, über den man nicht genug reden kann!

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, in der Rubrik "Kurzschluss" veröffentlicht. Der Kurzschluss behandelt einmal im Monat ein energiepolitische Thema - mit Augenzwinkern.