Effizienzlabel für alte Heizungen kommt

labelDas Bundeskabinett hat im August 2015 die gesetzlichen Grundlagen zur Umsetzung des "nationalen Effizienzlabels für Heizungsaltanlagen" beschlossen. Das neue Effizienzlabel soll ab dem 1. Januar 2016 für Heizkessel gelten, die älter als 15 Jahre sind. Es soll Verbrauchern helfen, schnell und leicht verständlich einen Überblick über den Energieverbrauch ihres alten Heizkessels zu bekommen. Neben den Informationen auf dem Energieeffizienzlabel sollen Verbraucher zudem kostenfrei auf weitergehende Energieberatungen wie z. B. Heizungschecks oder die Vor-Ort-Beratung sowie auf Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hingewiesen werden.

Es ist geplant, ab 2016 Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater zu berechtigen, ein Etikett auf alten Heizgeräten anzubringen. Ab 2017 sollen dann die Bezirksschornsteinfeger verpflichtet werden, diejenigen Geräte, die noch kein Label haben, zu etikettieren. In der Systematik wird das Label dem aus dem Haushaltsgerätebereich bekannten farbigen Effizienzlabel für zum Beispiel Kühlschränke oder Waschmaschinen folgen.

Politik sieht im Label Anreiz für Heizungsmodernisierung

Das durchschnittliche Alter der Heizgeräte in Deutschland liegt bei 17,6 Jahren, mehr als ein Drittel (36 Prozent) ist sogar älter als 20 Jahre. Über 70 Prozent der installierten Heizgeräte würden nur die Effizienzklasse C, D oder E erreichen. Dennoch werden derzeit lediglich rund drei Prozent der Heizgeräte ausgetauscht. Bei einer gleichbleibenden jährlichen Austauschrate würde es also noch circa 25 Jahre dauern, bis der Heizungsbestand in Deutschland erneuert wäre. Die Politik erhofft sich durch das neue Label, dass die Austauschrate bei Heizgeräten um circa 20 Prozent pro Jahr steigt.

Reaktion der Erneuerbare-Energien-Branche

Die Erneuerbare-Energien-Branche begrüßt das neue Label für alte Heizungen. „Das Effizienzlabel für Heizkessel sensibilisiert Hauseigentümer für den Umstieg auf Erneuerbare Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, so der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Dr. Hermann Falk. Auch Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe, lobt die Gesetzesinitiative: „Der Sanierungsstau im Heizungskeller ist seit Jahren der große Verhinderer für eine nachhaltige Energiewende. Die Effizienznoten sollen an das Gewissen der Verbraucher appellieren, überalterte, ineffiziente Geräte auszutauschen.“

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.