Neu auf Föderal Erneuerbar: Ländergenaue Zahlen zur Installation regenerativer Heizungsanlagen 2014

Deutschlandweit deutlicher Rückgang der MAP-Förderungen

Das Marktanreizprogramm (MAP) der Bundesregierung  ist ein Instrument zur Förderung Erneuerbarer-Wärme-Technologien in Bestandsgebäuden. Eine aktuelle bundesländergenaue Auswertung für das AEE-Bundesländerportal zeigt dabei für das Jahr 2014 eine verlangsamte Entwicklung bei der Neuinstallation von Wärmepumpen, Biomasseheizungen und Solarthermieanlagen in Deutschland. Nachdem im Jahr 2013 noch über 70.000 Anlagen im Rahmen des Programms gefördert wurden, waren es 2014 nur noch rund 55.000. Das bedeutet einen Rückgang von fast 22 Prozent. Dabei waren schon die 2013er-Zahlen nicht allzu hoch und deutlich unter dem Höchststand von 2009, als über 250.000 regenerative Heizungen über das MAP gefördert wurden.

Zwar gilt das MAP im Regelfall nur für Bestandsgebäude und es werden teilweise auch regenerative Heizungen ohne Förderung installiert, nichtsdestotrotz bilden die Zahlen die Marktentwicklung gut ab. Dass die Wärmewende 2014 nicht wirklich vorangegangen ist, zeigen auch die Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat):Demnach gab es 2014 sogar einen Rückgang des Verbrauchs regenerativer Wärme von 141,8 Milliarden Kilowattstunden 2013 auf 130,9 Milliarden Kilowattstunden 2014. Dies lag zwar auch an einem relativ milden Winter, weshalb auch weniger fossile Energie zur Wärmeerzeugung aufgewendet werden musste und der erneuerbare Anteil am gesamten Wärmeverbrauch mit 9,9 Prozent konstant blieb. Zum Erreichen des 2020er-Ziels von 14 Prozent Erneuerbarer Wärme muss die Wärmewende jedoch in den nächsten Jahren deutlich beschleunigt werden.

Der Blick auf die Länder und Technologien: Stärkster Rückgang im Saarland und bei Biomasse, Brandenburg mit einem leichten Plus bei neuen MAP-Anlagen

FE-Karte_MAP_EWaerme-Anlagen_2014_jul15Den stärksten Rückgang bei den MAP-geförderten Neuinstallationen hatte 2014 das Saarland zu verzeichnen, hier gab es in allen drei Technologiebereichen (Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasseheizungen) Minderungsraten von etwa 40 Prozent. Auch in Bremen, Thüringen und Rheinland-Pfalz wurden deutlich weniger Anlagen als im Vorjahr gefördert, hier lag der Rückgang jeweils bei etwa einem Drittel. Hinsichtlich der einzelnen Technologien mussten die Biomasseheizungen mit 23 Prozent den stärksten Rückgang vermelden.

Selbst in Bayern und Baden-Württemberg, wo die MAP-Förderung bislang am stärksten genutzt wurde, gab es mit minus 23 bzw. minus 18 Prozent einen deutlichen Einbruch bei der Neuinstallation von regenerativen Heizungsanlagen im Rahmen des MAP. Die Rückgänge bleiben hier jedoch vergleichsweise niedrig, und weiterhin wurden in den Südbundesländern fast die Hälfte alle neuen MAP-geförderten Heizungen verbaut.

Eine positive Entwicklung in 2014 gegenüber dem Vorjahr konnte nur in Brandenburg vermeldet werden, hier gab es insgesamt eine leichte Steigerung der MAP-geförderten Anlagen von rund 2 Prozent. Dies lag vor allem an der starken Neuinstallation von Biomasseheizungen, mit 834 Anlagen wurden im Märkischen 24 Prozent mehr als noch 2013 installiert.

Verbesserte Förderkonditionen und warme Temperaturen bieten ideale Bedingungen für den Wärmewechsel

Nachdem 2014 also nicht das beste Jahr für die dringend benötigte Wärmewende war, stehen die Vorzeichen für 2015 besser. Zwar scheiterten die Verhandlungen um eine bessere Abschreibungsmöglichkeit von Heizungswechseln, darauf reagierte das Bundeswirtschaftsministerium allerdings mit verbesserten Förderbedingungen im MAP, die seit 1. April 2015 gelten. In diesem Jahr stehen insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm soll durch die verbesserte Förderung dazu anregen, beim Beheizen von Bestandsgebäuden auf Erneuerbare Energien umzustellen und Treibhausgas-Emissionen einzusparen.

Drei Monate nach Aufstockung der Förderung zog das verantwortliche Bundesamt für Wirtschaft Ausfuhrkontrolle (BAFA Anfang Juli 2015 ein erstes positives Fazit. Das Amt verzeichnete einen Zuwachs der Antragszahlen. Am deutlichsten stiegen sie im Segment der Wärmepumpen. Im Juni 2015 lag die Zahl der Anträge bei 1.776 und damit fünfmal so hoch wie im Vorjahr. Auch die Solarthermie hat einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht (+32 Prozent auf 2.728). Das Segment der Biomasse lag allerdings im Juni leicht unter dem Vorjahresniveau (-4 Prozent 1.850).

Und auch aus den Bundesländern gab es weiteren Anschub für die Wärmewende: So wurde etwa in Baden-Württemberg das dortige Erneuerbare-Wärme-Gesetz zum 1. Juli 2015 novelliert und reizt nun noch stärker die Installation regenerativer Technologien an. 

Dank der verbesserten Förderungen und der warmen Temperaturen ist der aktuelle Sommer also eine ideale Gelegenheit, die oft veraltete Heizung auszutauschen und durch eine moderne, effiziente und saubere Erneuerbare-Wärme-Anlage zu ersetzen. 

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.