Für den Klimaschutz: VERBRAUCHT! MEHR! STROM!

kurzschlussteaser_250Die Bundesregierung hat eine Mahnung von der EU erhalten. Denn trotz des sorgsam gepflegten Selbstbildes als Klimavorreiter hat es Deutschland bisher versäumt, die europäische Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht umzuwandeln. Damit soll eigentlich das EU-Ziel erreicht werden, bis 2020 ein Fünftel weniger Energie als 2008 zu verbrauchen. Die Devise lautet: Spart! Energie! Nach dem bösen Brief aus Brüssel hat das Wirtschaftsministerium noch zwei Monate Zeit, um nationale Effizienzziele festzulegen und ein Konzept zu präsentieren, wie Industrie, Verbraucher und Energieversorger zum Energiesparen motiviert werden können. Doch braucht es überhaupt eine Motivation? Aus einem führenden deutschen Wirtschaftsverband ist zu hören, ein Energieeinsparziel sei überflüssig. Unternehmen wüssten ja selbst am besten, wie sie zum Klimaschutz beitragen können. Alle Unternehmen? Mit Blick auf bestimmte Energiekonzerne, die in jüngster Zeit neue Braunkohletagebaue auswiesen, beschleichen einen leise Zweifel. Doch auch dafür gibt es eine Lösung, wie es aus gleicher Quelle heißt: „In einem immer mehr auf fluktuierenden erneuerbaren Energien beruhenden Stromsystem kommt es zwangsläufig zu Angebotsüberschüssen. Gleichzeitig noch Strom einsparen zu wollen, würde die Überschüsse nur noch weiter erhöhen. Zudem ist erneuerbarer Strom CO2-frei. Mehr Stromverbrauch belastet daher die Klimaziele nicht.“ Aha!? Dann also: Ran an die Heizpilze, weg mit den Energiesparlampen! Für Energie und Klimaschutz: Verbraucht! Mehr! Strom!

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, in der Rubrik "Kurzschluss" veröffentlicht. Der Kurzschluss behandelt einmal im Monat ein energiepolitische Thema - mit Augenzwinkern.