Windenergie sorgt für mehr Jobs im Norden / Beschäftigungsrückgang in Solarländern

Berlin, 24. Oktober 2014. Eine aktuelle Publikation der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) zeigt einen engen Zusammenhang zwischen dem Ausbau Erneuerbarer Energien und den Beschäftigungseffekten in den Bundesländern: Durch den stark reduzierten Zubau der Solarenergie im vergangenen Jahr gingen nicht nur viele Industriearbeitsplätze verloren, sondern auch Jobs bei Installations- und Handwerksbetrieben. Insbesondere Länder im Süden und in der Mitte Deutschlands mussten daher deutliche Beschäftigungsrückgänge verzeichnen. Auf der anderen Seite konnten in der Windbranche viele neue Jobs geschaffen werden, wovon insbesondere die Nordländer profitierten. Insgesamt waren 2013 etwa 371.000 Menschen direkt und indirekt in der Erneuerbare-Energien-Branche beschäftigt, die meisten davon mit rund 61.000 in Bayern. Im Vorjahr waren es knapp 400.000 Arbeitsplätze. „Eine engagierte Energiewende führt neben Klimaschutz und Versorgungssicherheit auch zu neuen Jobs. Dafür muss der Ausbau Erneuerbarer Energien aber unterstützt und nicht gebremst werden“, kommentiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die Ergebnisse. 

AEE-Karte_EE-Beschaeftigung_Bundeslaender_2013_sep14_kleinDie im Jahr 2013 deutschlandweit zurückgegangene Beschäftigung durch Erneuerbare Energien zeigt sich naturgemäß auch beim Blick auf die Bundesländer: In den meisten Ländern konnte das Beschäftigtenniveau des Vorjahres nicht gehalten werden. Dieser Rückgang liegt vor allem an der Entwicklung in der Solarbranche - hier sind die Jobzahlen von rund 114.000 Beschäftigten 2012 um fast 40 Prozent auf 68.500 im Jahr 2013 zurückgegangen. Diese Entwicklung trifft insbesondere Länder, die zuvor eine starke Solarindustrie hatten oder in denen Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen zuletzt eine große Bedeutung aufwiesen. Vor allem Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch Schleswig-Holstein oder Niedersachsen mussten hier deutliche Einbußen verzeichnen.

Im Gegenzug verzeichnete die Windenergie eine positive Entwicklung mit zusätzlichen Jobs in allen Bundesländern. Durch Zuwächse in diesem Sektor konnte für die Küstenländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sogar insgesamt ein leichtes Beschäftigungsplus ermittelt werden. Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze in der Windenergie stieg von 122.000 auf 138.000.

Im Bereich Bioenergie liegt die Beschäftigung mit 126.000 Jobs in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, es kam nur zu leichten Verschiebungen zwischen den Bundesländern „Da Erneuerbare Energien dezentral installiert werden müssen, haben sie eine hohe Arbeitsplatzwirkung in den Regionen. Um diesen Effekt nutzbar zu machen, muss jedoch der Ausbau in allen Regionen Deutschlands kontinuierlich weitergehen“, fasst Philipp Vohrer zusammen. „So könnte sich beispielsweise die Beschränkung beim Zubau von Biogasanlagen negativ auf die Arbeitsplatzentwicklung des Sektors auswirken.“

AEE_EE-Beschäftigung_Bedeutung_2013_sep14Trotz der insgesamt zurückgegangenen Beschäftigung hat die Erneuerbare-Energien-Branche insbesondere in den neuen Bundesländern, aber auch in Ländern wie Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein eine hohe Bedeutung für den regionalen Arbeitsmarkt. „Bezogen auf die gesamte Beschäftigung, entfällt schon knapp jeder 100. Arbeitsplatz direkt oder indirekt auf die Erneuerbare-Energien-Branche. In Sachsen-Anhalt trifft dies sogar auf jeden 37. und in Mecklenburg-Vorpommern auf jeden 43. Beschäftigten zu“, ordnet Philip Ulrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter der GWS und Hauptautor der Studie, die Ergebnisse ein.

Philipp Vohrer ermuntert die Länder: „Trotz des Beschäftigungsrückgangs im Jahr 2013 bieten die Erneuerbaren Energien auf Dauer erhebliche ökonomische Chancen, insbesondere für mit dem Strukturwandel kämpfende Regionen. Um diese Chancen zu nutzen, muss man die Energiewende offensiv angehen. Die Länder können sich so nicht nur mit einer sauberen Energieversorgung, sondern auch mit zukunftsfähigen Jobs und regionaler Wertschöpfung belohnen.“

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