Erneuerbare Wärme verbleibt auf Vorjahresniveau

heizungDer Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Wärmeverbrauch lag im Jahr 2014 in Deutschland bei 9,9 Prozent – und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Dem politischen Ziel, 14 Prozent Erneuerbare Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte im Jahr 2020 zu erreichen, ist Deutschland damit keinen Schritt näher gekommen. Die Politik reagiert aktuell darauf mit einer Novelle des Marktanreizprogramms (MAP), die den Zubau Erneuerbarer Energien durch verbesserte Förderanreize beschleunigen soll. Wer eine thermische Solaranlage, eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpenanlage errichten möchte, profitiert ab April 2015 von deutlich besseren Förderkonditionen. Auch für größere Erneuerbare-Wärme-Projekte wie Geothermieanlagen, Wärmenetze und Prozesswärme haben sich die Förderbedingungen verbessert. Zudem können nun KMU und größere Unternehmen die Förderung in Anspruch nehmen.

In diesem Jahr stehen im MAP über 300 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung. Das MAP fördert private, gewerbliche und kommunale Investitionen in Heizungsanlagen oder größere Heizwerke, die erneuerbare Energien nutzen, und in Wärmenetze, die erneuerbar erzeugte Wärme verteilen. Gefördert wird dabei primär die Errichtung von Anlagen im Gebäudebestand. Im Neubau ist eine Förderung nur bei bestimmten innovativen Anlagentypen möglich.

Förderung für Wärmepumpen

Mehr Förderung für erdgekoppelte Anlagen und Gas-Wärmepumpen

Die größte Verbesserung im Fördersegment Wärmepumpen sieht das Förderprogramm für erdgekoppelte Systeme im Ein- und Zweifamilienhausbereich vor. Diese besonders effizienten Anlagen erhalten zukünftig mindestens 4.000 Euro statt wie bisher 2.800 Euro. Auch im KfW-Teil, der für Wärmepumpen ab 100 kW gilt, wird die Errichtung von Sonden nun gefördert. Für Gas-Wärmepumpen wurde die Basisförderung ebenfalls auf 4.500 Euro aufgestockt.

Neu: Optimierungsmaßnahmen und Innovationsförderung in Neubau und Bestand An besonders effiziente Wärmepumpen, die eine Jahresarbeitszahl von 4,5 oder besser erreichen, richtet sich der Programmteil Innovationsförderung. Alternativ ist auch eine besonders hohe Systemeffizienz durch Sonderbauformen oder zusätzliche Komponenten förderwürdig. Hier gibt es nochmals bis zu 50 Prozent der Basisförderung zusätzlich. Dieser Programmteil gilt auch im Neubau, dort gibt es maximal die Basisförderung.

Neu: SG Ready-Schnittstelle nun Voraussetzung für Speicherbonus

Der bisher geltende Speicherbonus wird zu einem Lastmanagement-Bonus weiterentwickelt. Um diesen zu erhalten, muss nicht nur ein Pufferspeicher aufgestellt werden, die Wärmepumpe muss auch mit einer Schnittstelle ausgerüstet sein, die den Anforderungen des SG Ready-Labels entspricht. Welche Modelle dafür infrage kommen, kann in der Liste des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) nachgelesen werden.

Nur geringe Verbesserung für Luftwärmepumpen

Die Fördersätze für Luftwärmepumpen haben sich nur wenig verbessert.

Förderung für Solarwärme

Die Mindestförderung für Solarwärmeanlagen zur Heizungsunterstützung wird von 1.500 auf 2.000 Euro angehoben. Bei größeren Anlagen mit einer Kollektorfläche von mehr als 14 Quadratmetern winken höhere Zuschüsse, weil die quadratmeterbezogene Förderung von bislang 90 Euro auf 140 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche erhöht wurde.

Wer die neue Solaranlage mit der Modernisierung einer Heizung verbindet, erhält zusätzliche Boni. Förderfähig sind neuerdings zudem zahlreiche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Neuinstallation einer Solarwärmeanlage, aber auch Schritte zur Optimierung einer bereits in der Vergangenheit geförderten Anlage. Unter förderfähige Maßnahmen fallen beispielsweise der Austausch von Heizkörpern durch Niedertemperaturheizkörper, der Einbau einer hocheffizienten Zirkulationspumpe, notwendige bauliche Maßnahmen am Heiz- und Kesselraum, der Ausbau der Altheizung und deren Entsorgung.

Gefördert wird künftig auch die Errichtung einer Solaranlage auf Bestandsgebäuden, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dient. Die vom Bundesamt für Wirtschaft gewährten Zuschüsse aus dem sogenannten Marktanreizprogramm betragen hier 50 Euro je angefangenem Quadratmeter Kollektorfläche, mindestens aber 500 Euro. Auch die Erweiterung bestehender Warmwasseranlagen wird gefördert. Im Neubau ist der Einsatz von EE-Wärme bereits seit 2009 Pflicht. Hier werden nur besonders innovative Anwendungen oder hohe solare Deckungsraten in sogenannten „Sonnenhäusern“ gefördert.

Auch Unternehmen und die Wohnungswirtschaft profitiert weiterhin von attraktiven Marktanreizen. Für die solartechnische Unterstützung von Prozesswärme winken Zuschüsse von 50 Prozent. Mittelständische Unternehmen erhalten einen Bonus.

Förderung für Biomasseheizungen

Die Förderung von Hackschnitzelanlagen und Scheitholzvergaserkesseln jeweils mit Pufferspeicher hat sich ebenfalls deutlich von pauschal 1.400 Euro auf 3.500 Euro beziehungsweise 2.000 Euro erhöht.

Im Neubau ist jetzt eine finanzielle Unterstützung vorgesehen. Die Innovationsförderung macht es möglich. Wird eine Biomasseheizung zum Beispiel mit Brennwertnutzung errichtet, ist ein Zuschuss von bis zu 3.500 Euro möglich.

Förderung für Pelletheizungen

Die MAP-Basisförderung wird für Pelletkessel von 36 EUR pro kW auf 80 EUR/kW erhöht. Gleichzeitig erhöht sich für Pelletheizungen und für Pelletkaminöfen mit Wassertasche die Mindestförderung jeweils um 600 EUR. Für Pelletkessel ohne Pufferspeicher beträgt sie nunmehr mindestens 3.000 EUR, für Pelletkessel mit Pufferspeicher 3.500 EUR und für Pelletkaminöfen mit Wassertasche 2.000 EUR.

Neu eingeführt werden Zuschüsse für Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung. Damit werden eine Vielzahl verschiedener Begleitinvestitionen beim Heizungsumbau gefördert, u.a. Pelletlager, die Schornsteinerneuerung oder der Einbau eines Pufferspeichers bei Pelletkaminöfen mit Wassertasche. Der Zuschuss beträgt 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, max. 50 Prozent der Basisförderung. Bei der Nachrüstung einer bereits früher geförderten Anlage gibt es eine Zusatzförderung von 100 bis 200 EUR. Pelletheizungen mit Brennwertnutzung werden deutlich besser gefördert als bisher: In Bestandsgebäuden betragen die Zuschüsse bis zu 5.250 EUR (entspricht Basisförderung plus 50 Prozent). Auch in Neubauten ist eine Förderung solcher Heizungen möglich, und zwar mit bis zu 3.500 EUR. Diese Innovationsförderung ist der einzige Fördertatbestand im Neubau. Für die Nachrüstung von Brennwert- oder Filtertechnik in bestehenden Anlagen gibt es jeweils 750 EUR Zuschuss.

Neu ist auch die Förderung der Bereitstellung von Prozesswärme im Leistungsbereich bis 100 kW, z.B. für die Beheizung von Tierställen oder Gewächshäusern zur Pflanzenaufzucht. Gefördert werden bis zu 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Der Effizienzbonus, der jetzt Gebäudeeffizienzbonus heißt, bleibt unverändert für den KfW-55-Standard gültig. Bei der Kombination Pelletfeuerung und Solaranlage ist er kumulierbar.

Förderung für Tiefegeothermie

Mit dem Inkrafttreten am 1. April 2015 werden neue Anreize geschaffen, um Tiefe-Erdwärme-Projekte zu realisieren. Nun werden vier statt zwei Bohrungen pro Vorhaben gefördert. Mehr Bohrungen ermöglichen eine höhere Energiegewinnung und damit eine umfangreichere regenerative Erzeugung von Strom und Wärme.