Neues Impulspapier: Energy Sharing

nina-strehl_unsplashDas vom Analyseinstitut Energy Brainpool erstellte Papier zeigt auf, wie Energie-Gemeinschaften gemeinsam erzeugte Erneuerbare Energie regional teilen können. Schafft das eine neue Dynamik für die Energiewende?

Die Umsetzung einer bürgernahen, dezentralen, kostengünstigen und klimafreundlichen Energiewende ist in den vergangenen Jahren immer mehr ins Stocken geraten, weil unter anderem die Bürgerenergie stark ausgebremst wird. Dabei wurden vor allem die Anfänge der Energiewende und des EEG genau von diesen Ideen getragen. Die Energiewende ist ein Generationenprojekt, weshalb Bürger*innen an ihr teilhaben müssen. Nur dann wird die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung weiterhin hoch bleiben.

Genau hier setzt die Europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie an. Sie definiert einen neuen Rechtsrahmen für Bürgerenergie, der bis 2021 in Deutschland umgesetzt werden muss. Ein wichtiger Punkt innerhalb dieses Rechtsrahmens: Energy Sharing innerhalb von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften. Das Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) hat Mitte März gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) auf dem Fachdialog „Neue Konzepte der EU für die Bürgerenergiewende“ das Impulspapier Energy Sharing vorgestellt. Das vom Analyseinstitut Energy Brainpool erstellte Papier zeigt auf, wie Energie-Gemeinschaften gemeinsam erzeugte Erneuerbare Energie regional teilen können.

„Nicht die großen Energiekonzerne, sondern Bürgerinnen und Bürger haben die Energieversorgung demokratisiert und die Energiewende von unten vorangebracht. Jetzt muss es gelingen, mit den neuen Möglichkeiten, die die EU geschaffen hat, Bürgerenergie wieder stärker voranzubringen. Energy Sharing ermöglicht es, Erneuerbare Energien Menschen ohne eigene Erzeugungsanlage unmittelbar zugänglich zu machen und ist damit ein starker Treiber für die konkrete Teilhabe an der Energiewende“, sagt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE).

Wie Strom gemeinsam genutzt werden kann

Energy Sharing bedeutet, dass Strom aus gemeinsamen regionalen Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugt und auch gemeinsam genutzt wird. Es handelt sich also um ein neues Angebot der Stromversorgung. Hatten Verbraucher*innen bisher nur die Möglichkeit, Strom aus einer eigenen Anlage oder durch ein Energieversorgungsunternehmen zu beziehen, sollen künftig noch zwei weitere Möglichkeiten hinzukommen: Energy Sharing und der Nachbarschaftsstromhandel. Das Impulspapier Energy Sharing fasst zusammen: „Teilweise lassen sich diese Bezugsmöglichkeiten auch kombinieren. Für den Endverbraucher sollte dabei die Komplexität bei der Wahl des Strombezugs geringgehalten und hoch standardisiert werden.“

Die Autor*innen des Impulspapiers fassen die Potenziale des Energy Sharing wie folgt zusammen:

  • Es stiftet Akzeptanz für EE-Anlagen, denn es verknüpft wirtschaftliche Vorteile mit der regionalen Erneuerbare-Energien-Stromerzeugung und deren gemeinsamer Nutzung.
  • Es trägt zum Zubau von EE-Anlagen bei. Die gemeinsame Nutzung der Anlagen führt dabei dazu, dass vorhandene Dachflächen komplett genutzt werden, statt dass für die Optimierung der individuellen Eigenversorgung Dachflächen ungenutzt bleiben.
  • Es schafft Anreize, die regionale Stromnachfrage aus zum Beispiel E-PKWs in ihrer zeitlichen Struktur netzdienlich an die regionale erneuerbare Stromerzeugung anzupassen.
  • Es sichert EE-Anlagen nach ausgelaufenem Förderanspruch den Weiterbetrieb ab.

Mit dem Impulspapier wollen die Autor*innen Anreize setzen, möglichst viel des gemeinsam erzeugten Stroms auch vor Ort zu nutzen. Die Netze sollen entlastet, der Ausbau der Erneuerbaren Energien wieder beschleunigt und für mehr  Akzeptanz gesorgt werden. Fakt ist: Die Bundesregierung ist jetzt in der Pflicht, die Richtlinie bis Mitte 2021 in nationales Recht umzusetzen. Ideen, wie die Ausgestaltung konkret aussehen kann, liefert das neue Impulspapier.

Foto: www.unsplash.com/Nina  Strehl

Kontakt

Ilka Müller
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.
Tel: 030 200535-45
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