2014 war Rekordjahr für Windenergie

Drei-WindenergieanlagenBereits drei Prozent des weltweiten Stromverbrauchs werden aus Windenergie gedeckt. Das geht aus dem jüngst vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik veröffentlichten Windenergie-Report hervor. In Deutschland konnten 2014 nach einem Rekordzubau von 5.188 Megawatt (MW) sogar 9,7 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus Windenergie bereitgestellt werden.

Onshore-Windenergie auf neuem Rekordhoch

In Deutschland wurden im Rekordjahr 2014 an Land so viele Windenergieanlagen errichtet, dass mit 4.665 MW Neuinstallation das bisherige Maximum aus dem Jahr 2002 um mehr als 45 Prozent übertroffen wurde. Insgesamt ist eine Leistung von 38.215 Megawatt installiert. Erstmals wurden in jedem Bundesland neue Anlagen zugebaut. Der größte absolute Leistungszuwachs erfolgte in Schleswig-Holstein mit 1.293 MW, gefolgt von Niedersachsen mit 600 MW. An Land setzten sich zunehmend Turbinen der 3 bis 4-MW-Klasse durch. Die Anlagendimensionen sind im Schnitt auf Rotordurchmesser von 99 m und Nabenhöhen von 115 m Nennleistungen gewachsen.

Offshore-Leistung gegenüber 2013 verdoppelt

Offshore wurden 141 Anlagen mit insgesamt 523 MW in den Windparks DanTysk, Meerwind Süd/Ost, Nordsee Ost und Riffgat (teilweise) in Betrieb genommen, so dass Ende 2014 insgesamt 1044 MW in deutschen Gewässern installiert waren. Weitere 286 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.269 MW sind errichtet, waren aber Ende 2014 noch ohne Netzanschluss. Weltweit sind insgesamt 2.693 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 8.493 MW in 104 Offshore-Windparks ans Netz angeschlossen.

Baukosten dank Lerneffekten viel günstiger als bei anderen Großprojekten

Aus einer Studie der Hertie School of Governance zu Großprojekte in Deutschland geht hervor, dass beim Bau von Offshore-Windparks deutlich weniger Mehrkosten anfallen als bei den im vergangenen Jahrhundert errichteten Atomkraftwerken in der Bundesrepublik. Fallstudien zum Bau von acht Offshore-Windparks und sechs Atomkraftwerken zeigen, dass bei Windpark deutliche Lerneffekte bei der Planung von Bau und Installation zu verzeichnen seien, obwohl die Verantwortlichen mit einer Reihe von Pionierrisiken zu kämpfen hatten. Das Ergebnis: Während die Kosten von Offshoreanlagen durchschnittlich um 20 Prozent überschritten wurden, waren die Kosten bei den untersuchten Atomkraftwerken fast dreimal so teuer wie veranschlagt. Lerneffekte im Zeitverlauf konnten beim Bau der Atommeiler nicht festgestellt werden.

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.