Studie: Haushalte können mit Erneuerbarer Wärme jedes Jahr hunderte von Euro sparen

Logo_AEE_orange_400x300Berlin, 22. Oktober 2010 - Privathaushalte, die ihren Wärmebedarf ganz oder teilweise aus Erneuerbaren Energien decken, sparten im Jahr 2009 verbrauchsgebundene Heizkosten in Höhe von durchschnitt­lich 595 Euro. Trotz verhältnismäßig niedriger Preise für konventio­nelles Heizöl und Erdgas wären diesen Haushalten erhebliche Mehr­kosten entstanden, wenn sie ihren Wärmebedarf nur mit fossilen Brennstoffen gedeckt hätten. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch in privaten Haushalten lag im Jahr 2009 bei 10,7 Prozent.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Bereits zum zweiten Mal verglich das Institut im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien die Wärmekosten von konventio­nellen und regenerativen Heizsystemen im jeweils zurückliegenden Jahr. Dabei ermittelten die Forscher für das Jahr 2009 trotz des witterungsbedingt gestiegenen Wärmebedarfs insgesamt niedrigere Heizkosten in den 36,2 Millionen deutschen Wohneinheiten als im Vorjahr. Ursache dafür war das vergleichsweise niedrige Preisniveau der fossilen Brennstoffe Heizöl und Erdgas. Demnach musste ein Durchschnittshaushalt 2009 mit 1.070 Euro rund 80 Euro weniger für seinen Wärmebedarf aufbringen als im Jahr 2008.

Von nochmals deutlich günstigeren Verbrauchskosten profitierten diejenigen 4,3 Millionen Haushalte in Deutschland, die ihren Wärme­bedarf zumindest teilweise aus regenerativen Quellen deckten: Sie mussten im Schnitt 595 Euro weniger ausgeben, als wenn sie allein mit fossilen Brennstoffen geheizt hätten. Insgesamt sparten Holz­heizungen, Wärmepumpen und solarthermische Anlagen im ver­gangenen Jahr 2,56 Milliarden Euro an Heizkosten ein.

Die ZSW-Studie berücksichtigt jedoch nicht die Investitionskosten, die für die Anschaffung regenerativer oder konventioneller Heizsysteme anfallen. „Die hohe Anfangsinvestition ist für viele Hausbesitzer eine große Hürde vor dem Umstieg auf Erneuerbare Wärme“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die nachgewiesenen Einsparungen bei den Heizkosten tragen einen wichtigen Teil zur Refinanzierung bei. Dennoch sind verlässliche Förderinstrumente und zinsgünstige Darlehen notwendig, um die Hemmschwelle zu senken. Anders können die deutschen Wärmeziele wohl kaum erreicht werden“, so Mayer mit Blick auf das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 den Anteil regenerativer Wärme am Gesamtverbrauch auf 14 Prozent zu steigern.

Insgesamt trugen die Erneuerbaren Energien 2009 gut ein Zehntel zum Wärmeverbrauch in deutschen Haushalten bei. „Mit einer wachsenden Zahl regenerativer Heizungen wird nicht nur das Klima geschützt, sondern es sinken auch die verbrauchsgebundenen Heiz­kosten in privaten Haushalten“, fasst Mayer zusammen.

Dies ist nach ZSW-Berechnungen selbst in wärmegedämmten Alt­bauten oder in Neubauten mit Niedrigenergiebauweise der Fall. In verschiedenen Modellrechnungen ermittelte das Institut auch für diese Haustypen, dass die Wärmebereitstellung aus regenerativen Quellen im Jahr 2009 durchschnittlich kostengünstiger war als mit Heizöl oder Erdgas. Die niedrigsten verbrauchsgebundenen Heiz­kosten erzielten in allen Vergleichen eine Kombination aus Holz­pelletheizung mit solarthermischer Unterstützung.

Kontakt:

Philipp Vohrer
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p.vohrer@unendlich-viel-energie.de

Herausgeber: Agentur für Erneuerbare Energien e.V..

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