FAQ Solarenergie




Warum sollten wir Solarenergie nutzen
Die Vorteile der Sonnenenergie sind offensichtlich: Viele Stunden am Tag scheint die Sonne und stellt so unerschöpflich Energie zur Verfügung. Die wiederum ist regenerativ, geräuschlos und verursacht keine Emissionen. Selbst wenn die Sonne von Wolken bedeckt wird, kann immer noch ein Teil ihrer Energie genutzt werden. 

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Wie kann Solarenergie genutzt werden?
Wer Solarenergie nutzt, macht sich langfristig unabhängig von schwankenden Energiepreisen und kann darüber hinaus den Wert seines Hauses steigern. Für die Nutzung dieser kostenlosen Energie gibt es verschiedene Wege: Die wohl bekannteste Methode ist, mithilfe von Photovoltaikanlagen Strom zu erzeugen. Dieser kann direkt verbraucht oder für eine Einspeisevergütung ins Stromnetz abgegeben werden. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, das Haus mithilfe von Solarkollektoren zu heizen oder Warmwasser zu erzeugen. Meist werden diese Anlagen platzsparend auf dem Dach installiert: So wird ein Mehrwert auf einer Fläche erzeugt, die ansonsten ungenutzt bleiben würde. Wenn eine größere Fläche zur Verfügung steht, kann ein ganzes Kraftwerk mit Sonnenenergie Strom produzieren. Während wir das in Deutschland von der Photovoltaik kennen, wird z.B. in den USA oder in Südspanien auch mit Solarkollektoren Strom in großem Stil erzeugt.

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Reicht die Sonnenstrahlung in Deutschland, um eine Solaranlage rentabel zu betreiben?
Im Jahr trifft rund 80 Mal so viel Energie auf die Fläche Deutschlands wie wir insgesamt verbrauchen. Pro Quadratmeter ergibt das z.B. in Bayern eine durchschnittliche Sonneneinstrahlung von 1.100 kWh. Das ist zwar weniger als in Südeuropa – es lohnt sich aber dennoch, die Energie der Sonne zu nutzen. Natürlich müssen für den Einsatz einer Photovoltaikanlage oder von Solarkollektoren bestimmte Standorteigenschaften berücksichtigt werden. So sollte das Dach nicht durch Bäume oder Gebäude verschattet werden. Ansonsten steht dem Einsatz einer Solaranlage und damit einer umweltschonenden Energienutzung aber wenig im Wege.











Wie hat sich die Photovoltaik-Technik entwickelt?
Die Photovoltaik wird bereits seit 1958 zur Energieversorgung von Satelliten eingesetzt und hat dort die Atomenergie praktisch abgelöst. Der Technologiestandort Deutschland verfügt in der Solarenergie über ein dichtes Netzwerk an Forschungseinrichtungen. Erfindergeist schafft Innovationen, die die Nutzung der Solartechnik weiter voranbringen. So erfasste das Deutsche Patent- und Markenamt 2013 rund 2.000 Patentanmeldungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, davon mehr als 900 in der Solartechnik. Diese technologischen Entwicklungen und Neuerungen schlagen sich auch in den Preisen für Solaranlagen nieder. Sie haben sich in den vergangenen Jahren stark vergünstigt und sind noch interessanter für Investoren und Verbraucher geworden.

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Wie hoch ist der Flächenbedarf für eine Solaranlage?
Bei der Installation von Photovoltaikmodulen mit einem Wirkungsgrad von 20 Prozent reichen 22 m2 Dachfläche mit Südausrichtung aus, um den Jahresstromverbrauch einer dreiköpfigen Familie in Berlin zu decken.  Das Dach eines Einfamilienhauses ist in Deutschland im Schnitt zwischen 30 und 50 m2 groß und bietet somit genügend Platz. Laut einer Schätzung der TU München bieten deutsche Dachflächen ein Potenzial von rund 160 GWp um Solarstrom wirtschaftlich zu erzeugen. Ende 2014 waren in Deutschland aber erst 38 GW an Solarstromleistung installiert, und zwar einschließlich der Freiflächenanlagen, die ebenfalls noch großes Potenzial haben. Ein Vorteil bei der Nutzung von Solarenergie liegt in ihrem dezentralen Charakter. Sie kann durch Anlageninstallation auf bisher ungenutzten Flächen wie Dächern direkt dort genutzt werden, wo die Energie benötigt wird. Darüber hinaus spricht für die Solarenergie, dass sie einen sehr hohen Energieertrag im Verhältnis zur Flächennutzung aufweist. Auch Freiflächenanlagen sind in Deutschland von Bedeutung. Das Solarkraftwerk auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose in Brandenburg ist ein gutes Beispiel für eine solche Nutzung. Es produziert pro Jahr genug Strom um 15.000 Haushalte zu versorgen. 

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Spielt Solarwärme eine Rolle bei unserem Energieverbrauch?
Die Energiewende wird häufig zuerst mit dem Stromsektor in Verbindung gebracht. Dabei nutzen wir in Deutschland rund 50 Prozent unserer Primärenergie für Wärme. Der Beitrag der Solarwärme ist noch stark ausbaufähig, 2014 lag er bei 1 Prozent und soll nach den Plänen der Bundesregierung bis auf 8 Prozent im Jahr 2030 steigen. Zur Förderung aller Erneuerbaren Energien im Wärmesektor hat die Bundesregierung vor einigen Jahren das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz initiiert. Darin wurde festgelegt, dass ein gewisser Anteil der Wärmeerzeugung bei Neubauten aus Erneuerbaren Energien bezogen werden muss. Darüber hinaus bieten Zuschüsse durch das Marktanreizprogramm (MAP) Investitionsanreize für eine verstärkte Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmesektor. Mehr Informationen zu den bestehenden Möglichkeiten gibt es auf www.waermewechsel.de.

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Wie werden sich die Kosten für Photovoltaik-Anlagen entwickeln?
Die Kosten für Photovoltaikanlagen sind in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ein wichtiger Faktor ist die Degressionsvorgabe im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie legt fest, dass die Vergütung für neu installierte Solarstromanlagen schrittweise um einen bestimmten Prozentsatz sinkt. Darüber hinaus führte eine weitere Verbreitung von Photovoltaikanlagen zu Skaleneffekten. Das bedeutet, dass es bei höheren Stückzahlen auf Dauer zu geringeren Kosten pro Stück kommt. Mittlerweile ist die Wettbewerbsfähigkeit von Photovoltaikanlagen nah an der von fossilen Energiequellen. Einen Überblick über die Prognose für die Stromgestehungskosten in den nächsten Jahrzehnten finden Sie hier. Innovationen und Effizienzsteigerung können diesen positiven Trend weiter stützen.

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Wie wirtschaftlich ist Solarstrom? 
Solarstrom lohnt sich für Betreiber und Gesellschaft. So ist der Verbrauch von Solarstrom im Eigenverbrauch heute schon viel günstiger als der Verbraucherstrompreis, der beim Energieversorger fällig wird. Berücksichtigt man die Umweltkosten von konventionellen Energieträgern, so ist Solarstrom schon heute deutlich günstiger als Kohle- oder Atomstrom. Solaranlagen haben geringe Wartungsansprüche und brauchen keine Brennstoffe. 

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Kann ich die Sonnenenergie auch nutzen, wenn die Sonne nicht scheint?
Jeder kennt das aus dem Alltag: Während des Arbeitstages im Büro scheint draußen die Sonne, nach Feierabend ist es jedoch schon dunkel. Damit der von der Photolvoltaikanlage tagsüber erzeugte Strom abends zum Kochen oder Fernsehen genutzt werden kann, wird ein zusätzlicher Speicher benötigt. Dieser nimmt die Sonnenenergie tagsüber auf und stellt sie nach Bedarf zur Verfügung. Ist der Speicher voll, leitet dieser die darüber hinaus eingespeicherte Energie direkt ins Stromnetz weiter. Früher waren diese Speicher teuer, doch dank Innovation und steigender Stückzahlen rechnen sie sich für die Verbraucher. Mittlerweile sind mehr als 15.000 Speicher in Privataushalten installiert, die Anzahl der Förderanträge für solche Anlagen bei der KfW-Bank ist sprunghaft angestiegen. Da es viele verschiedene Speichermodelle gibt, sollte das Gerät nach den Bedürfnissen des Käufers ausgesucht werden. Künftig werden Solarspeicher noch wichtiger, da die Solarstromkapazitäten weiter steigen sollen. Speicher helfen dann, den Strom in Zeiten ohne Sonnenschein nutzbar zu machen.

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Wie hoch ist der Energieaufwand für die Herstellung einer Photovoltaikanlage?
Bei Photovoltaikanlagen, die in Deutschland montiert werden, dauert es ungefähr zwei Jahre  bis sie mehr Energie nutzbar machen als für Herstellung, Betrieb und Entsorgung aufgewendet wurden. Dies wird energetische Amortisation genannt. Die Werte werden jedoch von der Art der Herstellung sowie der Sonneneinstrahlung am Standort beeinflusst und können deshalb in gewissem Maße abweichen. Aufgrund weiterer technischer Entwicklungen wie einer energieeffizienteren Herstellung dürfte diese Frist noch kürzer werden. Da eine Anlage in der Regel 20 Jahre und älter wird, stellt sie mindestens zehn Mal so viel Energie zur Verfügung wie für Herstellung, Betrieb und Entsorgung benötigt wurden. Fossile Kraftwerke erreichen diese Schwelle nie, da sie immer mehr Brennstoffe verbrauchen als sie an Nutzenergie umsetzen können. 

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Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?
Mit Aluminium, Glas und Silizium besteht eine Photovoltaikanlage aus Materialien, die sehr witterungsbeständig und hochwertig sind. Die meisten Anbieter geben für ihre Module eine Leistungsgarantie für 20 bis 25, in einigen Fällen sogar für 30 Jahre. Dies ist jedoch nur ein Richtwert, da für den Bestand der Anlage neben einer fachgerechten Verarbeitung auch die Wartung eine wichtige Rolle spielt. 

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Was sind die Vorteile der Solarenergie in Entwicklungsländern?
In vielen Entwicklungsländern ist nur ein Bruchteil der Bevölkerung ans öffentliche Stromnetz ange-schlossen. Gerade in ländlichen Gebieten fehlt häufig eine solche Versorgung durch ein Stromnetz. Hier kann die Solarenergie helfen: Durch ihren dezentralen Charakter kann sie direkt dort aufgestellt werden, wo sie benötigt wird. Damit stünde auch an abgelegenen Orten sauberer Strom für Licht, Kommunikation oder die Kühlung von Arznei- und Lebensmitteln zur Verfügung. Ohne Erneuerbare Energien wird der nötige Strom, wenn überhaupt, häufig durch dreckige Dieselaggregate erzeugt. Das wiederum ist teuer und schlecht für die Umwelt. Gemeinsam mit anderen erneuerbaren Energiequellen kann mit Solarstrom so ein Stromnetz aufgebaut werden, das sowohl unabhängig als auch lokal ist und damit ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Regionen sein kann. 

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Wie funktioniert das Recycling von Solarmodulen?
Meist sind über 90 Prozent einer Photovoltaikanlage recycelbar und enthalten wichtige Rohstoffe. Deshalb gehören sie auch nicht in den Hausmüll, sondern werden vom Gesetzgeber als Sondermüll klassifiziert. Viele Hersteller haben sich zur Gesellschaft „PV Cycle“ zusammengeschlossen und bieten für ihre Kunden freiwillig eine kostenlose Rücknahme an speziellen Sammelstellen an. Dort wird auch darauf geachtet, dass die nötigen rechtlichen Bedingungen eingehalten werden. Wenn ein Hersteller kein Mitglied der Gesellschaft ist, haben seine Kunden unter bestimmten Bedingungen dennoch die Möglichkeit, diesen Service zu nutzen. Mehr Informationen dazu gibt es auf www.pvcycle.org

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Wie (brandschutz)sicher sind Solaranlagen?
Der sichere Betrieb von Batteriespeichern wird im Marktanreizprogramm über die Fachunternehmererklärung bzw. über den ebenfalls von der KfW-Bank akzeptierten Photovoltaik-Speicherpass dokumentiert. Zu diesem Qualitätsnachweis gehören umfassende Sicherheitsanforderungen. Der Speicherpass kann unter www.speicherpass.de eingesehen werden und wird vom Errichter der Anlage bzw. einer beim Netzbetreiber eingetragenen Elektrofachkraft als Serviceleistung für den Verbraucher kostenlos ausgestellt. Sollte es zu einem Brand in einem Haus mit Solaranlage auf dem Dach kommen, kann dieser gefahrlos gelöscht werden. Allerdings sind dabei einige Punkte zu beachten. Der Bundesverband Solarwirtschaft hat dazu gemeinsam mit dem Deutschen Feuerwehrverband eine Handlungsempfehlung formuliert. Wichtig ist zum Beispiel ein gewisser Sicherheitsabstand zu den Anlagen. Dieser ist durch die Montage auf dem Dach in den meisten Fällen schon gegeben. Darüber hinaus gibt es Schulungen für Feuerwehrleute, in denen die Besonderheiten eines Löscheinsatzes bei einem Haus mit Photovoltaikanlage vermittelt werden.  

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Welche Rolle spielt Solarenergie im Strommix der Zukunft?
Die Solarbranche hat sich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2020 einen Anteil von 10 Prozent am Stromver-brauch zu erreichen, Anfang 2015 waren rund 6 Prozent erreicht. Die Solarenergie soll also künftig eine deutlich größere Rolle im Strommix einnehmen. Eine noch stärkere Nutzung der Solarenergie kann u.a. durch eine vermehrte Ost-West-Ausrichtung geeigneter Anlagen oder durch eine Nachführung erzielt werden. 

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Wie entwickelt sich die Photovoltaik-Technik weiter?
Ein Beispiel neuester Entwicklung in der Photovoltaik-Technik ist bei der EXPO 2015 in Mailand zu sehen. Dort kommt im Deutschen Pavillon erstmals bei einem Bauwerke dieser Größe organische Photovoltaik-Technologie zum Einsatz. Diese neuartige Technik ermöglicht die Integration der folienartigen Module in die Architektur, sie sind flexibel und daher sehr viel vielfältiger einzusetzen als herkömmliche Anlagen. 



Welche Bedeutung hat Solarenergie im Konzert der Erneuerbaren Energien?
Die Energiewende kann nur funktionieren, wenn die Vorteile aller Erneuerbaren Energien im Zu-sammenspiel genutzt werden. Zuwächse an Wind- und Solarstrom haben die Energiewende in den vergangenen Jahren vorangetrieben. So steuerten 2014 die Windenergie an Land 8,9 Prozent und die Photovoltaik 5,7 Prozent zum deutschen Strommix bei. Diese volatil, das heißt nicht konstant zur Verfügung stehenden Energiequellen, werden durch andere erneuerbare Energieträger wie Bioenergie, Erdwärme und Wasserkraft ergänzt. Bei den Erneuerbaren Energien gibt es kein „oder“, ein Zusammenspiel aller Quellen schafft Lösungen für eine möglichst bald zu erreichende Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien.

Zahlen und Fakten 
Bruttostromerzeugung durch Photovoltaik 2014: 34,9 Mrd. kWh
Einsparung von Treibhausgasemissionen durch Photovoltaikanlagen 2014: 23,9 Mio. t CO2-Äquivalenz
Einsparung von Treibhausgasemissionen durch Solarthermie 2014: 1,8 Mio. t. CO2-Äquivalenz  
Anteil Solarthermie am Wärmeverbrauch aus Erneuerbaren Energien: 5,3 % 

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