1. Effektiver Klimaschutz

AEE_UBA_Treibhausgasausstoss_Klimaschutzluecke_jun18-neu_72dpi

Insgesamt vermieden Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Geothermie im Jahr 2017 178,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Damit sind sie Klimaschützer Nummer 1. Im Vergleich dazu wurden 2016 nur knapp 159 Millionen Tonnen CO2 durch Erneuerbare Energien vermieden. Die Europäische Union hat sich verpflichtet, bis 2020 den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen um 20 Prozent zu senken. Deutschland will dafür den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringern. Zwischen Ziel und dem bisher Erreichten besteht allerdings noch eine große Klimaschutzlücke, denn Deutschland hat seine Treibhausgasemissionen im Jahr 2017 erst um 27,7 Prozent reduziert. Im Klimaschutzbericht 2017 hat die Bundesregierung bereits eingeräumt, dass diese Handlungslücke bis 2020 nicht geschlossen werden kann. Die konsequente Förderung von Erneuerbaren Energien ist wichtiger denn je.

Die Treibhausgasemissionen entstehen vor allen Dingen in den folgenden drei Bereichen: Energiewirtschaft, Industrie und Verkehr. Insbesondere im Verkehrssektor ist ein Wandel weg von Benzin- und Dieselfahrzeugen hin zu Biokraftstoffen und Elektromobilität notwendig, da 2017 nur 5,2 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs im Verkehr durch Erneuerbare Energie gedeckt wurde. Biokraftstoffe, also sowohl Bioethanol, Biodiesel wie auch Biomethan machen mit fast 90 Prozent den größten Anteil daran aus. Es gilt, den stagnierenden Trend der letzten Jahre in der Verkehrswende zu beheben und den Emissionshaushalt konkret durch Erneuerbare Energien zu reduzieren.

Für den Klimaschutz werden in Deutschland unterschiedliche Instrumente genutzt. Beispielsweise setzt der Handel mit Emissionszertifikaten zwar europaweite Minderungsziele, weil die Preise für diese Verschmutzungsrechte aber stark gefallen sind, fehlt es durch den Emissionshandel an Anreizen für klimaschonende Investitionen in den Unternehmen. Zudem würde ein funktionierender Emissionshandel zunächst nur die aktuell kostengünstigsten Klimaschutzmaßnahmen auslösen, beispielsweise die Kraft-Wärme-Kopplung oder die Optimierung von fossilen Kraftwerken. Solche Maßnahmen sind zwar sinnvoll, jedoch in ihrer Reichweite begrenzt. Damit die Klimaschutzziele in naher Zukunft erreicht werden, ist ein grundsätzlicher Umbau des Stromversorgungssystems in Richtung Erneuerbare Energien erforderlich. Förderinstrumente wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen dafür sorgen, dass sich klimafreundliche Technologien schon heute in ihrer ganzen Breite etablieren können.