17. Versorgungssicherheit wird gestärkt

AEE_Steinkohlepreisprognosen_aug12_72dpiDie Versorgungssicherheit ist im Strombereich in Deutschland mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien gestiegen laut SAIDI-Index. Mit dem stetigen Wachstum der Erneuerbaren Energien verändern sich allerdings auch die Ansprüche an das Stromversorgungssystem. Durch den Zubau an Erneuerbaren Energien-Anlagen steigt die Zahl kleinerer Produzenten, die dezentral Strom aus erneuerbaren Quellen in die Netze einspeisen. Wegen der schwankenden Erzeugung von Wind- und Solarstrom besteht innerhalb des Stromnetzes Koordinierungsbedarf. Die Verknüpfung der verschiedenen Netze ist eine Grundlage für die notwendige Flexibilität des Energiesystems der Zukunft. Wird beispielsweise kurzfristig mehr Strom aus einem Biogas-Blockheizkraftwerk zum Ausgleich einer Windflaute benötigt, fällt gleichzeitig mehr Wärme an. Diese sollte dann von einem ausreichend dimensionierten Wärmenetz aufgenommen werden können.

Wie dies geschieht, haben Forscher und Unternehmen in den zwei Phasen des Projekts „Kombikraftwerk“ gezeigt. Während in einem ersten Schritt demonstriert wurde, wie die Stromnachfrage in Deutschland komplett durch Erneuerbare Energien gedeckt werden könnte, stand die Rolle der Erneuerbaren zur Sicherung stabiler Stromnetze im Mittelpunkt der zweiten Kombikraftwerk-Phase. Mit einem steigenden Anteil Erneuerbarer Energien kann das Stromnetz in Deutschland genauso sicher bleiben wie bisher.

Hier sind sich auch 63 Prozent der Bürgerinnen und Bürger einig: Erneuerbare Energien können Kohlestrom ersetzen. Die Studie des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat im Jahr 2018 gezeigt, dass 63 Prozent der Probanden Kohlekraftwerke als nicht notwendig erachten für eine sichere Stromversorgung in Deutschland.

 

Ein anderer Aspekt beleuchtet die Entlastung für das Stromnetz der Zukunft. Selbst die Stromnetzbetreiber wissen meist wenig über die aktuelle Stromnachfrage oder über die Einspeisung in das Netz durch kleinere Kraftwerke, wobei das Steuern der Stromnachfrage Entlastung und Sicherheiten mit sich bringt. Um dieses Wissen zu verbessern, muss das Netz „intelligenter“ werden, was man auch mit dem Begriff „Smart Grid“ bezeichnet. Stromkunden können beispielsweise ihre Geräte so steuern, dass sie vorrangig dann in Betrieb gehen, wenn der Strompreis niedrig ist. Ziel muss es sein, Stromangebot und -nachfrage optimal aufeinander abzustimmen. Die Verbraucher werden so für einen bewussteren Umgang mit dem Strom belohnt.