9. Wohlstand heißt Verantwortung

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Unser Wohlstand beruht zum großen Teil auf der Verfügbarkeit von günstiger Energie und billigen Rohstoffen. Die Förderung von Erdöl und Erdgas, Kohle und Uran hatte in den vergangenen Jahrzehnten negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Der Klimawandel ist nur eine von ihnen. Die Industriestaaten sind dafür in besonderem Maße verantwortlich: Der Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen liegt hierzulande fast siebenmal höher als beispielsweise in Indien. In Staaten wie Australien oder den USA erreicht dieser Pro-Kopf Ausstoß sogar noch einmal das Doppelte des in Deutschland verzeichneten Wertes.

Die Internationale Energieagentur (IEA) sagt jedoch keine Reduzierung des Energieverbrauchs voraus, sondern kommt im World Energy Outlook 2017 zu dem Ergebnis, dass der Energieverbrauch bis 2040 um 30 Prozent wachsen wird. Außerdem verzeichnet das World Energy Outlook, dass der Kohlendioxid-Ausstoß im letzten Jahr weltweit um 1,4 Prozent gestiegen ist. Das sind 460 Millionen Tonnen mehr CO2-Emissionen. Von den Folgen des Klimawandels - Ernteausfälle, Naturkatastrophen oder Krankheiten - sind besonders die Entwicklungsländer betroffen. Und auch nachfolgende Generationen bekommen die Folgen der heutigen Energieversorgung zu spüren. Steigende Preise, verschmutzte Luft, Böden und Gewässer, fehlende Endlager für radioaktiven Müll - das sind die Probleme, die wir unseren Kindern vererben.

Für ein Umsteuern sorgt die Förderung von Erneuerbaren Energien. Denn Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie machen uns unabhängig von endlichen Ressourcen und schonen das Klima. In vielen Ländern ohne funktionierende Stromnetze sind sie die einzige Möglichkeit, der Bevölkerung Zugang zu Energie und damit zu wirtschaftlicher Entwicklung zu schaffen. Im Interesse unserer Nachbarn und unserer Kinder können wir es uns nicht leisten, mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien zu warten.

Quelle: World Energy Outlook 2017