5. Ehrliche Preise

josh-appel-NeTPASr-bmQ-unsplash_72dpiNoch ist die Förderung der Erneuerbaren Energien notwendig. Im Stromsektor sorgt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dafür, dass jede Kilowattstunde Elektrizität aus Erneuerbaren Energien zu einem festen Tarif abgenommen wird. Dafür werden die Erneuerbaren Energien neuerdings kritisiert. Dabei macht die EEG-Umlage transparent, was Strom aus Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Erdwärme kostet. Die fossilen Energieträger können das nicht von sich behaupten.

Denn Kohle, Atomkraft und Co. scheinen nur auf den ersten Blick günstiger. In Wirklichkeit jedoch erhalten die fossilen und atomaren Industrien staatliche Förderung wie Finanzhilfen, Steuervorteile und anderen Vergünstigungen. Zusätzlich verursachen sie volkswirtschaftliche Kosten durch Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden. Die staatliche Förderung von Braun- und Steinkohle sowie Atomenergie belaufen sich jedes Jahr auf einen zweistelligen Milliarden-Betrag. Im Vergleich dazu wurden Erneuerbare Energien nur mit 146 Milliarden Euro staatlich gefördert. Das bedeutet, dass sich konventionelle Energien als die eigentlichen Kostentreiber entpuppen. Wenn konventionelle Energieversorger diese verdeckten Kosten mitberücksichtigen müssten, dann wären Erneuerbare Energien schon längst wettbewerbsfähig.

Eine Berechnung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) aus dem Jahr 2017 veranschaulicht die verborgenen Kosten der fossilen und atomaren Stromproduktion. Der Vergleich einer Kilowattstunde Windstrom, die umgerechnet 9,0 Cent und den Gesamtkosten einer Kilowattstunde Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken für 14,3 bzw. 13,4 Cent, deckt die versteckten Kosten auf. Auch die Atomenergie wird auf mindestens 15,1 Cent je Kilowattstunde geschätzt. Diese Summen erscheinen zwar nicht auf der Stromrechnung, müssen aber trotzdem bezahlt werden vom Staat und den Bürger*innen. 

Quellen: Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS)