Monitoringbericht 2014: Wie hat sich der deutsche Strommarkt entwickelt?

strommarktAnfang Dezember haben die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt ihren Monitoringbericht 2014 veröffentlicht. Auf knapp 400 Seiten wird die Entwicklung der deutschen Strom- und Gasmärkte im Jahr 2013 analysiert.

Mit dem Atomausstieg und einem weiter steigenden Anteil Erneuerbarer Energie schreitet die Energiewende schnell voran. Der notwendige Netzausbau könne mit diesem Umbau der Erzeugungslandschaft jedoch nicht Schritt halten, lautet es im Monitoringbericht. Im Energieleitungsausbaugesetz, kurz EnLAG, sind 1887 Kilometer neu zu bauende Leitungen festgeschrieben – tatsächlich seien bisher nur 438 Kilometer realisiert worden, stellt das PV-Magazine heraus. Die Versorgungsqualität habe sich dessen ungeachtet im Kalenderjahr 2013 auf konstant hohem Niveau gehalten.

Wettbewerbsverhältnisse auf deutschen Strommärkten entwickeln sich positiv

Der Marktanteil der vier großen Energiekonzerne habe sich weiter verringert. Stromkunden würden vermehrt die Möglichkeit zur freien Wahl des Stromanbieters nutzen, sowohl im Industrie- und Gewerbebereich als auch bei den Privathaushalten, was sich für die Stromkunden preisdämpfend auswirke, hebt die Redaktion des PV-Magazines hervor. Nach Einschätzungen des Bundeskartellamt-Präsidenten Andreas Mundt sorgt die aktuelle EEG-Novelle ebenfalls für fallende Strompreise. Im Bereich der Erneuerbaren Energien seien die Weichen für mehr Wettbewerb gestellt. „Einen Beleg hierfür bleibt er allerdings schuldig, da die Entwicklung seit August 2014 nicht in den Betrachtungszeitraum des Berichts fällt“, kritisiert das PV-Magazine.

Steigende Strompreise sorgen für mehr Stromabschaltungen

Die Tageszeitung „Der Westen“ zieht aus dem Monitoringbericht das Ergebnis, dass sich die Zahl der Stromsperren im vergangenen Jahr erneut erhöht hat. Immer mehr Menschen würden Gas und Strom gesperrt, weil sie die Rechnungen nicht bezahlen. Der Westen überprüft das Ergebnis im eigenen Raum: Das Ergebnis des Monitoringberichts 2014 könne der heimische Energieversorger AVU nicht bestätigen. Auffällig sei allerdings, dass es den Menschen schwerer falle, das Geld aufzubringen. Auch Spiegel Online thematisiert die Stromsperren: „Hauptgrund für die wachsenden sozialen Probleme sind die stark steigenden Strompreise. Seit 2002 haben sich die Kosten für die Verbraucher fast verdoppelt. Auch 2013 und 2014 zogen die Strompreise kräftig an, einerseits weil die Umlage für erneuerbare Energien stieg, andererseits weil die großen Stromversorger sinkende Kosten nicht an die Verbraucher weitergaben.“

Dieser Artikel wurde im Renews, dem Newsletter der Agentur für Erneuerbare Energien, veröffentlicht.