Oederan

April 2009

Die Stadt Oederan, mit rund 8000 Einwohnern, hat in den letzten Jahren im Bereich Erneuerbare Energien viele Projekte verwirklicht. Die Stadt im Klein-Erzgebirge richtet zudem seit 1996 erfolgreich den „Tag der Erneuerbaren Energien“ aus.

„Tue Gutes und rede darüber“ – Oederan und der „Tag der Erneuerbaren Energien“

Am 25. April 2009 findet bereits zum 14. Mal der bundesweite Aktionstag „Tag der erneuerbaren Energien“ unter dem Motto „Vielfalt der regenerativen Energien“ statt.

Bei dieser Aktion öffnen deutschlandweit Anlagenbetreiber einen Tag lang ihre Tore und zeigen, wie Solar-, Wind-, und Wasserkraftanlagen sowie Erdwärme- und Biomassenutzung funktionieren. So kann die Faszination Erneuerbare Energien den Besuchern leicht näher gebracht werden. Aber auch Bürgerinitiativen, Kommunen, Schulen, Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, landwirtschaftliche Betriebe und Kirchen und alle anderen Unterstützer einer regenerativen Energieerzeugung können mit Einzelaktionen einen Beitrag zum „Tag der Erneuerbaren Energien“ leisten. Die Veranstaltung ist dezentral angelegt.

Die Stadt Oederan im Freistaat Sachsen koordiniert die Veranstaltung und ist Ansprechpartner, die Verantwortung und Durchführung für die Projekte liegt beim Veranstalter vor Ort. „Die Folgen der Klimaveränderung werden für jeden von uns sichtbar. Es geht um die Einsparung von Energie, die verstärkte Nutzung von regenerativen Energien sowie einen verantwortungsvollen Einsatz im Umgang mit fossilen Brennstoffen. Letztlich wird so die Umwelt geschont“, erklärt Steffen Schneider, Bürgermeister der Stadt Oederan. Als die Stadt 1996 den ersten „Tag der Erneuerbaren Energien“ ins Leben rief, ging es nicht um den Klimaschutz, sondern um die Alternativen zur Kernenergie. Das ist heute auch noch so. Zehn Jahre nach der Katastrophe in der damaligen Sowjetunion stand die erste Veranstaltung unter dem Motto „Zehn Jahre nach Tschernobyl – es geht auch anders“.

Erneuerbare Energien als Alternative zur Kernenergie

Die Stadt im Klein-Erzgebirge richtet schon seit 1996 den „Tag der Erneuerbaren Energien“ aus. Damals wollte die Stadt eine Alternative zur Kernenergie aufzeigen. Unter dem damaligen Motto „Zehn Jahre nach Tschernobyl ¬– es geht auch anders“ begann die Aktion. Die Stadt lud zur Besichtigung ihrer 700 Quadratmeter großen Solaranlage zur Wärmeerzeugung ein. Weitere Anlagenbetreiber in Sachsen schlossen sich an und im Jahr 2001 wurde erstmals der „Tag der Erneuerbaren Energien“ bundesweit ausgerichtet. Die Teilnehmerzahlen steigen jährlich. Mit der Aktion wollen die Organisatoren an praktischen Beispielen vor Ort zeigen, dass der Einsatz Erneuerbarer Energien besonders für Kommunen und deren Bürger viele Vorteile bringt. Neben dem Klimaschutz sind die Verbesserung der Versorgungssicherheit, Aufträge für die Handwerker vor Ort und die finanziellen Einnahmen durch die Energieernte für die Menschen vor Ort besonders wichtig.   

Strom und Wärme aus Sonne und Holz

Die Stadt Oederan, mit ihren rund 8000 Einwohnern, hat in den letzten Jahren im Bereich der Erneuerbaren Energien einige Projekte verwirklicht. Schon 1992/93 wurde mit Unterstützung des sächsischen Umweltministeriums ein Wohngebiet als Modellprojekt mit einer solargestützten Nahwärmeversorgung errichtet. 700 Wohnungen konnten damals innerhalb eines kurzen Zeitraums ihre Kohleöfen auf Erdgas und Sonne umstellen. Die Solarfläche war mit 700 Quadratmetern damals die größte Anlage in Deutschland. Im Jahr 1994 wurde das Stadtbad Oederan rekonstruiert und gleichzeitig eine Solar-Absorber-Anlage zur Erwärmung des Schwimmbeckenwassers installiert. Im Rahmen weiterer Rekonstruierungsarbeiten hat das Wohnheim „Betreutes Wohnen“ eine Holzheizung erhalten. Die Schule bekam als Lehrobjekt für die Schüler eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von einem Kilowatt. Außerdem wurde noch eine Reihe weiterer Erneuerbarer-Energien-Anlagen in öffentlichen und privaten Gebäuden installiert.

Preise für energetisches Engagement

Das Engagement für eine zukunftsfähige Energieversorgung wurde auch schon mehrmals ausgezeichnet. Die Stadt Oederan hat im Jahr 1997 und 2000 eine Auszeichnung im ökologischen Wettstreit „TAT-Orte“ erhalten. Das TAT-Orte.Info-Netz wird durchgeführt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik. Es dient als bundesweite Informationsplattform und als Netzwerk für Umweltinitiativen in kleinen Gemeinden und Ortsteilen des ländlichen Raums. Es richtet sich mit Veranstaltungen, Publikationen, einem Internetangebot und verschiedenen Fachinformationen an ökologisch engagierte Akteure in Verwaltungen, Vereinen, Bürgerinitiativen und Unternehmen.

Seit 2001 beteiligt sich Oederan an der Solarbundesliga und liegt inzwischen, durch die Installation mehrerer Solarthermie bzw. Photovoltaikanlagen, in der Landeswertung Sachsen auf dem vierten Platz. Die Solarbundesliga ist eine Rangliste, die die erfolgreichsten Kommunen der Solarenergienutzung in Deutschland abbildet. Messlatte ist die Kollektorfläche pro Einwohner bei der Solarwärme und die pro Kopf installierten Kilowatt beim Solarstrom. Im Jahr 2005 erhielt Oederan für den „Tag der Erneuerbaren Energien“ den deutschen Eurosolarpreis. Ende 2008 erhielt die Stadt den “European Energy Award“. Damit werden die Erfolge der kommunalen Energiearbeit dokumentiert und ausgezeichnet. Oederan erhielt die Auszeichnung für den Bau der energieeffizienten Holzhackschnitzelheizanlage für den städtischen Bauernhof und die Initiierung der Veranstaltung „Tag der Erneuerbaren Energien“. Der „European Energy Award“ steht für Energieeinsparung, Energieeffizienz und die Steigerung des Einsatzes von Erneuerbaren Energien.