Weihnachtsbäume liefern grüne Energie

Berlin, 9. Januar 2015. Mit dem Ende der Weihnachtszeit ist in Deutschlands Einkaufsstraßen und Wohnhäusern wieder der Alltag eingekehrt. Die ausgedienten Weihnachtsbäume lassen sich nun als Energielieferant nutzen. Zahlreiche kommunale Unternehmen und andere Versorger greifen auf die abgeschmückten Weihnachtsbäume in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeproduktion zurück. Mit der Energie von rund 500 Weihnachtsbäumen kann rechnerisch ein Durchschnittshaushalt ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Alternativ könnten diese Christbäume knapp 1.000 Liter Heizöl ersetzen.

In Deutschland werden zu Weihnachten rund 29 Millionen Weihnachtsbäume abgesetzt. Viele von ihnen werden im Neuen Jahr zu Holzhackschnitzeln verarbeitet, das ist maschinell zerkleinertes Holz in Stücken. Die Hackschnitzel sind etwa drei bis fünf Quadratzentimeter groß. Heizanlagen wie z.B. Hackschnitzelkessel, Holzheizwerke oder Holzheizkraftwerke können mit den Schnitzeln gefüttert werden, um daraus umweltfreundlich Strom und Wärme zu produzieren. Über den Umweg der energetischen Verwendung schaffen es die Bäume so noch einmal in die warme Stube. Mit der aus einem Weihnachtsbaum zu gewinnenden elektrischen Energie könnte eine Lichterkette mit 25 elektrischen Kerzen mehr als drei Wochen lang rund zehn Stunden am Tag brennen.

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In der deutschen Energiebilanz zählen die Weihnachtsbäume zur Bioenergie. In diese Kategorie fallen auch Energiepflanzen wie Raps und Mais ebenso wie Energieholz aus dem Wald oder auch Reststoffe, z.B. aus Biotonnen und der Landwirtschaft. Sowohl bei der nachhaltigen Nutzung von Energiepflanzen wie auch bei der Verwendung von Reststoffen besteht in Deutschland noch Ausbaupotenzial. Das gilt selbst für den natürlich insgesamt bescheidenen Beitrag, den Weihnachtsbäume leisten. Zum einen ist die Zahl der in Deutschland abgesetzten Weihnachtsbäume in den vergangenen Jahren gestiegen. Zum anderen werden Weihnachtsbäume bislang häufig nur zur Kompostierung genutzt.

Neue Chancen
Durch die in Deutschland zum 1. Januar 2015 flächendeckend verbindlich eingeführte Nutzung der Biotonne bieten sich neue Chancen zur besseren Erschließung des wertvollen Reststoffpotenzials. Die Menge der getrennt erfassten Bioabfälle, die der Bioabfallverordnung unterliegen, beträgt laut Angaben des Bundesumweltministeriums rund zwölf Millionen Tonnen. Mit der verstärkten Nutzung der Biotonne kann diese Menge steigen. Die Abfälle aus der Biotonne lassen sich gut in Biogasanlagen vergären. Das daraus gewonnene Biogas ist als Strom, Wärme und Kraftstoff nutzbar. „Für den notwendigen Umstieg auf Erneuerbare Energien ist die Bioenergie ein unverzichtbarer Bestandteil“, betont der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer. „Dabei spielen Reststoffe ebenso eine wichtige Rolle wie auch die nachhaltige Nutzung von Energiepflanzen.“

Pressekontakt

Agentur für Erneuerbare Energien
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